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Japan im Herbst 2018

Version 2208311234

Ein paar Bilder und Texte zur Japanreise im Herbst 2018. Die folgenden Einträge wurden erst im Frühjahr 2020 und Herbst 2021 zusammengetragen. Bedingt durch den recht chaotischen Reiseablauf war während der Tour wenig Muse zum Schreiben vorhanden. Außerdem starteten direkt nach der Rückkehr zwei große Kundenprojekte, die bis in den kommenden Mai alle vorhandene Zeit aufbrauchen sollten.
Die Landkarte zeigt die ursprünglich geplante Reiseroute, zuerst von Tokyo/Narita nach Aomori/Hirosaki. Anschließend Reise bis Osaka/Sakai um Freunde zu besuchen. Danach gemütliche Rückkehr nach Tokyo, mit Abstechern in Magome und am Fuji.
Bei der Übergabe des Fahrzeugs wurde klar, dass ein großer Taifun über das Land ziehen sollte. Eigentlich sind Taifune Ende September selten. Der lange warme Sommer hatte aber soviel Energie in Nordhalbkugel gepackt, dass gleich mehrere Taifune im Anmarsch oder im Entstehen waren.
Die Reise ging daher von Narita aus zunächst nach Nikko. Dann zurück in Richtung Autovermietung nach Narita mit Übernachtung im Hotel. Nachdem der Taifun dann schließlich durchgezogen war, war die Zeit bis zum nächsten Termin in Sakai zu kurz für einen Ausflug nach Aomori geworden. Daher ging die Reise zum Fuji. Auf dem Weg vom Fuji nach Magome wurde dann ein Stein ins Fahrerfenster geschleudert, was einen mehrtägigen Werkstattaufenthalt des Fahrzeugs bedingte.
Nach dem Besuch in Sakai war dann doch noch genug Zeit für einen kurzen Abstecher nach Aomori. Die wunderschöne Herbstlandschaft des nördlichen Honshu und der Blick vom Iwaki entschädigte dann ein wenig für die Missgeschicke auf dieser Reise. Die Karte zeigt die tatsächlich gefahrene Reiseroute.
...

Diese Galerie wird je nach Zeit, Lust und Laune ausgebaut. Bitte einfach bei Gelegenheit mal wieder vorbeischauen. Da ein paar meiner Leser Japanisch lernen, habe ich einige Bilder nur wegen der Kanji hier eingestellt. Viel Spass beim Knobeln!
Ich erzähle im Folgenden auch Geschichten ohne Bilder. Obwohl ich die Kamera fast immer am Mann habe, lasse ich sie beim Kontakt mit Menschen meist am Rücken hängen. Dies ist in meinen Augen ein kleiner Preis für die vielen netten Begegnungen und ungezwungenen Gespräche.

...


Index

180927 - NRT
180928 - Nikkō
180930 - Narita Taifun
181001 - Auf dem Weg zum Fuji
181002 - Um den Fuji herum
181004 - Osaka/Sakai
181009 - Magome
181011 - Kamo Aquarium / Tsuruoka
181012 - 181014 - Hirosaki
181014 - Iwaki San
181014 - Herbstwald und der Weg zum Towada See
181015 - Towada See / Oirase Schlucht
181015 - Kazuno Shimonoyu Badehaus
181015 - Ōyu Steinkreise aus der späten Jōmonzeit
181016 - Herbstmorgen in Akita
181016 - Wanderung durch die Dakigaeri-Schlucht
181018 - Heimreise


180927 NRT

Die Ankunft in Narita verläuft deutlich entspannter als beim ersten Besuch. Insgesamt ist das alles nicht mehr ganz so fremd. Der nette Herr von der Autovermietung kommt auch dieses Mal zum Flughafen. Nach kurzer Zeit sind die Formalitäten erledigt. Der heranziehende Taifun erfordert jedoch eine Umplanung des Reiseablaufs. Es fällt die Entscheidung, die Nacht vom 30.09. im Hotel in Nariat zu verbringen und das Auto bei der Autovermietung unterzustellen.
Zunächst geht es nun durch die schier endlosen Randgebiete des Ballungsraumes Tokyo in Richtung Nikkō.
In einem Konbini werden die ersten Einkäufe getätigt. Bei der anschließenden Kaffeepause auf dem Parkplatz vor dem Laden fällt ein Absperrgitter mit Ranken auf. Hier sitzt ein handgroßer japanischer Eichenseidenspinner. Das gezeigte Exemplar könnte sogar größer sein, als die bei Wikipedia angegebenen 152 Millimeter. Interessanterweise haben alle Japaner auf meine Begeisterung für das Rieseninsekt mit Unverständnis reagiert, mehrere Stimmen erklärten gar, das Tier sei gefährlich und/oder giftig.
Etwas links oberhalb des Falters sitzt ein kleiner Frosch auf dem linken Pfosten und blickt nach rechts. Er beobachtet wahrscheinlich die Gottesanbeterin, die oben, etwa in der Mitte des Gitters inmitten der Ranken gerade dabei ist ihre Beute zu verspeisen.
Diese kleine Episode gibt einen vielversprechenden ersten Eindruck in die spätsommerliche Artenvielfalt.

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180927 - 180929 - Nikkō

Auf dem Weg zu den Kegon-Fällen spaltet sich die Straße #120 in zwei Serpinenabschnitte auf. Die nördlichen Route führt über den Irohazaka zu einem Aussichtspunkt. In jeder Kehre steht eine More des Iroha-Gedichts. Am Aussichtspunkt lässt sich schon erahnen, wie es an diesem staatlich verordneten Massentourismusort aussehen wird. Von der Hauptstraße her gibt es einen Blick auf die Boote, mit denen man auf dem Stausee spazierenfahren könnte. Die Entscheidung fällt aber schnell zugunsten eines Campingplatzes außerhalb des Ortes, tiefer im Nikkō Nationalpark. Beim verspäteten Mittagessen im Murunama Kogen Skiresort zeigt sich mal wieder, dass man die Speisekarte sehr genau lesen muss. Sonst hat man schnell wieder das Menü mit den kalte Soba erwischt. Draußen auf dem Geländer sitzt ein altes grünes Heupferd in der Sonne.
Am nächsten Morgen zeigt sich der Frühherbst von seiner sonnigen Seite. Man mag es kaum glauben, dass von Süden her ein gewaltiger Taifun heranzieht.
Kurz nach dem Frühstück gibt es noch eine nette, typisch japanische Überraschung. Das ungefähr gleichaltrige Pärchen im nachbarlichen Wohnmobil macht sich Sorgen um das leibliche Wohl des Besuchs aus dem fernen Westen. Alle Beteuerungen, dass man selber gerade ausgiebig gefrühstückt habe, hilft nichts. Es gibt ein paar, in der Küche des Wohnmobils zubereitete Kleinigkeiten. Nachdem so der erste Kontakt hergestellt wurde, können beide Seiten ihre Englisch- bzw. Japankenntnisse am lebenden Objekt ausprobieren.
Nach dem Frühstück geht es nun aber schnell zurück in Richtung Narita. Die ersten Vorboten des heranziehenden Taifuns lassen das Wetter von Minute zu Minute trüber aussehen, zwischenzeitlich fällt schon gelegentlich etwas Regen.

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180930 - Narita Taifun

Ende September sind Taifune in Japan eher selten. Der lange warme Sommer hatte aber soviel Energie in Nordhalbkugel gepackt, dass gleich mehrere Taifune im Anmarsch oder im Entstehen waren. Anfang September hatte der Taifun Jebi im Großraum Osaka zur schweren Verwüstungen geführt. Laut Pressberichten handelte es sich um das schwerste tropische Unwetter seit 25 Jahren. Windgeschwindigkeiten bis 216km/h forderten mehrere Todesopfer und hunderte Verletzte. Die Brücke zum Kansai Airport wurde durch einen vom Sturm getriebenen Tanker schwer beschädigt, der Flughafen selbst war zeitweise überschwemmt.
Als uns vor Ort der Autovermieter auf einen herannahenden Taifun aufmerksam macht, wissen wir, dass wir dieses Thema nicht auf die leichte Schulter nehmen können. Alle paar Stunden rufen wir den aktuellen Wetterbericht der Japan Meteorological Agency ab. Die Ausdehnung des heranziehende Taifuns ist so groß, dass er die komplette Breite der japanischen Hauptinseln überstreicht. Die folgenden Bilder zeigen Screenshots unseres PCs. Am Morgen des 30.09.2018 werden für den Taifun #24 Trami Böengeschwindigkeiten von 216km/h vorhergesagt, während der darauffolgende Taifun #25 Kong-rey 243km/h Böengeschwindigkeit über den offenen Meer erreicht.
Die Fahrt von Nikkō zurück nach Narita ist geprägt von ungewöhnlich leeren Straßen. Angesichts der Unwetterwarnung ziehen sich die Leute in ihre Häuser zurück und verlassen nur wenn es unbedingt notwendig ist das Haus.
Auf dem Hof der Autovermietung ist kein Platz mehr, weil so ziemlich die komplette Flotte hier versammelt ist. Viele Campertouristen haben spontan ihre Reisen verkürzt oder storniert. In Absprache mit der Autovermietung wird das Fahrzeug mitten auf dem Hotelparkplatz abgestellt.
Der Schreiber dieser Zeilen hat aufgrund der hohen Windgeschwindigkeiten erwartet, dass der Taifun in kurzer Zeit vorbeiziehen würde. Tatsächlich dauert das Unwetter fast die ganze Nacht an, was zu schlaflosen Stunden führt. Immer wieder zieht es den Blick aus dem Hotelfenster im elften Stock. Direkt vor Ort selbst Zeuge eines Taifuns zu sein ist ein beeindruckendes Erlebnis.
Am Vorabend waren wir noch mit einem Kellner ins Gespräch gekommen. Ursprünglich aus Schottland stammend, hatte er in Tokyo ein eigenes Restaurant betrieben. Dieses hat er irgendwann zugunsten seines Ruhestandes aufgegeben und verdient sich nun nebenbei noch ein wenig Geld als Kellner hinzu. Das heraufziehende Unwetter löst wohl unangenehme Erinnerungen aus. Plötzlich fängt er an, von seinen Erlebnissen als Helfer nach der Katastrophe von Fukushima zu erzählen. Wahrlich keine Geschichten die man beim Essen hören will. Aber ein weiterer Blick hinter die Kulissen dessen, was man in den Medien bisher gesehen hat.

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181001 - Auf dem Weg zum Fuji

Am Morgen des ersten Oktobers ist der Himmel über Narita blau. Die wenigen verbliebenden Wolkenschleier lassen vom Unwetter der Nacht nichts mehr erahnen. Erst unterwegs auf den Straßen sieht man immer wieder Spuren der Verwüstung.
Heute soll es in Richtung Fuji weitergehen. Dazu gilt es das komplette Ballungsgebiet Tokyo von Ost nach West zu durchqueren. Als Route wurde die mitten durch die Tokyo-Bucht laufende Tokyo Bay Aqua-Line gewählt. Von Südosten her führt zunächst eine Brücke zur künstlichen Insel Umi-hotaru. Diese Insel ist sowohl der Einstiegspunkt in den fast zehn Kilometer langen, unter dem Meeresgrund verlaufenden Tunnel, als auch ein Ausflugsziel mit mehrstöckigem Vergnügungszentrum.
Das komplette Wegesystem in und um Umi-hotaru erinnert an eine verspielte Autorennbahn (mit Höchstgeschwindigkeit 50km/h). Bei der Anfahrt hat man die Wahl von der Brücke kommend direkt unter der Insel hindurch in den Tunnel in Richtung Yokohama einzufahren. Man kann aber auch nach links und über ein Rampensystem auf eines der zwei Parkdecks fahren. Die oberen beiden Geschosse sind wie eine typische japanische Mall aufgezogen, der Stil ist Boot und Meer. Ein beliebtes Souvenir scheint ein Modell der Tunnelröhre mit deutschem Namen zu sein.
Viel interessanter sind die Aussendecks, auf denen heute ein kräftiger Wind weht. Blickt man von hier aus in Richtung der Tunnel nach Nordwesten, so kann man den Kaze no Tō sehen, welcher zur Frischluftversorgung der Tunnel dient. Schwenkt der Blick etwas mehr gen Westen, so kann man den Fuji im Dunst erkennen. Der Blick auf das Navi zeigt die Entfernungsverhältnisse. Der Blick in Richtung Südosten offenbart den ganzen Charme der Autorennbahn. Dieses ausgeklügelte System an Rampen, Einfahrten, Abfahrten, Wendeschleifen und Durchgangsstraßen ermöglicht es dem Besucher seinen optimalen Weg zu finden. Im Bild #0196 führte unser Weg heute zunächst rechts der Mitte auf den Betrachter zu, dann abbiegen, auf der äußeren Bahn ins Parkdeck. Von dort hinter dem Rücken des Betrachters vorbei, von links außen ins Bild kommend, der Wendeschleife folgend, links mittig einfädeln und ab durch die Mitte, will meinen, in den Tunnel. Bild #0208 zeigt genau die Phase des Einfädelns nach der Kehre, kurz vor dem Einfahren in den Tunnel. Alles ganz einfach, vielleicht ist der Linksverkehr ein wenig ungewohnt für den Betrachter. Das letzte Bild zeigt einen Blick auf den Arbeitsplatz des Fahrers, während es die Hafenfront von Yokohama entlang geht.

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181002 - Um den Fuji herum

Schon während der Fahrt durch das Ballungsgebiet Tokyo/Yokohama kann man immer wieder Blicke auf den Fuji erhaschen. Der Berg dominiert das ihn umgebende Umland, indem er sich ausgehend von wenigen Metern über dem Meeresspiegel bis auf imposante 3776m erhebt.
Der heutige Plan ist eine Fahrt bis zur 2400m hoch gelegenen 5. Fujinomiya Station. (Das japanische Konzept der "Bergstationen wird beim Eintrag 181014 - Iwaki San erläutert.) Auf der Fahrt durch den am Fuße des Berges liegenden waldigen Nationalpark, werden wir Zeugen der Aufräumarbeiten nach dem Taifun. Manche Straßen sind noch gesperrt, andere werden gerade bei unserer Ankunft wieder freigegeben. An einer noch gesperrten Stelle ergibt ein kurzes Gespräch mit einem Arbeiter, dass wir die Straße zur 5. Station doch schon benutzen dürfen. Auf den Straßen verstreut liegen Pflanzenteile die wirken, als ob sie frisch aus dem Häcksler kämen. Auf Bild #0251 kann man die Lage der 5. Station am oberen Ende der Vegetationszone erkennen. Rechts der Station windet sich die Ameisenstraße für Bergsteiger in der immer dünner werdenden Luft der umgebenden Marslandschaft zum Gipfel. Unterhalb des rechten Gipfelrandes erscheint als kleiner Punkt die 8. Station, bei ein erster Aufstiegsversuch Ende Mai 2017 aufgrund von Schnee endete. Am linken Gipfelrand kann man eine obere Station erkennen.
Angekommen bei der 5.Station demonstriert eine mitgebrachte Chipstüte recht eindrucksvoll, dass hier der Luftdruck bereits auf weniger als dreiviertel seines Wertes auf Meereshöhe abgesunken ist. Bis zum Gipfel wird er auf ungefähr 62% abgesunken sein.
Hier oben ist es böig, das Auto wackelt selbst in einer windgeschützten Parkbucht. Daher entscheiden wir uns zum Rückzug. Die Fahrt geht wieder den Berg hinunter, direkt zum ersten Schlafplatz der ersten Japanreise in 2017, ein Parkplatz am Tanzawa Stausee.

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Am nächsten Morgen lassen die frühen Sonnenstrahlen den Fuji erglühen, während der Parkplatz noch im Schatten liegt. Bild #0287 zeigt eine Warntafel, bei der man sich fragt, welche Clientel hier erwartet wird. Die Kanji tragen Furigana Lesehilfen und die Aufschrift übersetzt sich zu "Weil es gefährlich ist, bitte Vorsicht."
Ein morgentlicher Ausflug um den See und nach Yamakita zeigt viele Spuren des durchgezogenen Unwetters. Die Plakette in Bild #0335 weist auf Gefahren für Menschen hin, die Ihre Schädeldecke etwas höher tragen.
Als nächstes geht es weiter durch das berühmte 5-Seen-Gebiet im Norden des Fuji. Bild #0366 zeigt einen Blick über den Saiko-See. Das nächste Bild gibt den Blick über den Mototsu-See wieder, eine Szene welche die Rückseite der aktuellen ¥1000-Note ziert.

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Für die nächsten Tage sind ausgedehnte Wanderungen in der Umgebung von Magome in der Gifu Präfektur geplant. Zum Abschluss des Tages steht eigentlich ein Besuch in einem Onsen-Hotel an. Auf der Fahrt dorthin warten wir mit unserem Auto an einer Baustellenampel, als ein entgegenkommender LKW einen faustgroßen Stein gegen die, zum Glück, geschlossen Scheibe der Fahrertür schleudert. Das Sicherheitsglas zerplatzt in tausende kleine Scherben. Angekommen im Hotel gilt es erstmal das weitere Vorgehen zu planen. Um ein Unfallprotokoll für die Autovermietung zu erhalten, rufen wir zunächst bei der Polizei an. Nachdem die ersten Formalitäten geklärt sind, schauen der Polizist und der Hotelmanager das Auto an. Gemeinsam kleben wir die Fensteröffnung zu, um das Innere zumindest etwas vor den Elementen zu schützen. Nachdem alles erledigt ist, verteilen wir ein paar Mitbringsel aus Deutschland. Nach anfänglichem langen Zögern freut sich der Polizist augenscheinlich sehr über eine Flasche Bier aus Deutschland. Nun gilt es mit Hilfe der Autovermietung einen Reperaturplan zu erstellen. Der Wetterbericht hat für den übernächsten Tag Regen gemeldet, so dass wir einen Tag Zeit haben, eine Werkstatt anzufahren. Es stellt sich heraus, dass es wegen der vorausgegangenen Unwetter im Moment schwer ist, an Ersatzteile zu kommen. Egal welche Werkstatt wir anfragen, die Ersatzscheibe kommt nicht aus dem nahe gelegenen Toyota Stammwerk in Nagoya, sondern aus einem Lager in Tokyo. Dadurch ergeben weitere, nicht exakt planbare Verzögerung bei der Reparatur. Um nicht auf unbestimmte Zeit ohne Fahrzeug festzusitzen und weil wir eine Verabredung in Osaka haben, entscheiden wir uns dafür, die knapp 250km lange Fahrt zur Zweigniederlassung der Autovermietung in Osaka zu wagen. Der Wetterbericht behält recht, es ist ein schöner, sonniger Tag und die Fahrt verläuft ohne weitere Zwischenfälle, wenn auch wir manchen Verkehrsteilnehmer mit ganz neuer Augen wahrnehmen.

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181004 - 181008 - Osaka/Sakai

Großstädte jeder Art sind eigentlich gar nicht unser Ding. Aber wir versuchen das beste aus dem Zwangsaufenthalt in Osaka zu machen.
Der zoologische Garten in Tennōji kommt da gerade recht. Besonders schön ist das mit Netzen überspannte große Gehege für Wasservögel. Hier lassen sich viele einheimische Vögel aus nächster Nähe ablichten, die man sonst nur auf Distanz in Reisfeldern sieht.
Nachdem wir den Zoo verlassen haben, werden wir daran erinnert, welche Jahreszeit es ist - hier wird gerade Oktoberfest gefeiert.
Vom Hotelzimmer aus kann man den Hügel des Daisenryo Kofun sehen, über dessen Bäumen immer wieder große Vogelschwärme kreisen. Bisher hatten wir dieses Schlüssellochgrab nur von der Aussichtsterrasse des Rathauses von Sakai her gesehen. Die Kofun gehören der kaiserlichen Familie und dürfen von Normalbürgern nicht ohne weiteres betreten werden. Daher sind diese Anlagen ideale Rückzugsgebiete für Tiere. Am Zaun des großen Kofun haben wir eine Stelle gefunden, an der regelmäßig Tanuki warten, in der Hoffnung dass doch ein Besucher verbotenerweise etwas Futter dabei hat.
In einem Teich des Nagai Botanical Garden tummeln sich Fische und Schildkröten. Der Garten selbst zeigt große Spuren der Zerstörung durch den Taifun Jebi. Sehr viel wertvoller alter Baumbestand ging verloren. Im gesamten Stadtgebiet sehen wir viele beschädigte Häuser, die notdürftig mit blauen Planen abgedichtet sind.
Wie in Japan üblich, wird jede ebene freie Fläche als Reisfeld genutzt, so auch hier im Randgebiet von Osaka.

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181009 - Von Magome nach Tsumago

Inzwischen haben wir das Auto wieder aus der Werkstatt geholt. Abgesehen von dem einen oder anderen Krümel der geborstenen Scheibe, sieht man dem Auto das Missgeschick nicht mehr an. Nun geht es endlich in die herbstliche Gifu Präfektur, um zwischen Magome und Tsumago einen knapp 8km langen Abschnitt des Nakasendō, der alten Poststraße von Kyoto nach Edo, zu wandern. Es ist eine herbstliche Wiederholung der Wanderung vom 29.05.2017 - siehe auch Japan - aus Sicht eines Aliens.
Wir sind hier in einer Touristenhochburg des Landes. Nach den üblichen Hotelfrühstückszeiten wird sich die Gegend schnell mit Besuchern füllen. Daher brechen wir nach einem kleinen Frühstück in der in der Morgendämmerung auf. Da der Weg etwas anstrengend ist, wird nur die 700D mit dem 18-135mm Universalobjektiv eingepackt. Eine Entscheidung, die aufgrund der vielen schönen Motive bei gleichzeitig schwierigen Lichtverhältnissen vielleicht doch nicht ganz optimal war.
Nach einem Blick über das morgentliche Magome beginnt der Aufstieg in Richtung Pass. Der Weg ist gut beschildert, wenn auch teilweise nur noch auf Japanisch mit Kanji. Bild #0781 weist in Richtung Magome-Pass und Tsumago. Überhaupt sind die vielen Schilder unterwegs ein netter Zeitvertreib. Man kann z.B. die Weiterentwicklung des Designs von Warnschildern für Elektrozäune verfolgen. Die Gestalt hinter dem Elektrozaun ist das japanische Gegenstück einer Vogelscheuche. Der Zaun hilft hoffentlich gegen Tiere wie Bären, Rehe und Wildschweine.

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Der morgentliche Weg führt von Magome aus zügig bergauf in Richtung Pass. Es geht meist durch Wald, teils auch durch offene Abschnitte mit kleinen Siedlungen und Gärten. An einer Stelle lädt eine nette Person mittels Schild in ihren Garten ein, dämpft aber sofort die Hoffnung mit "Welcome, but nothing specials".
Die Sonne klettert langsam den Himmel empor und es wird heller, bunter, aber auch wärmer.

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Nach dem Pass geht es zügig bergab in Richtung Tsumago.
Der Wanderweg kreuzt die Straße an der Tougeiriguchi Busshaltestelle. Hier sitzt eine japanische Süßwasserkrabbe auf der Straße. Damit dem Tierchen nichts passiert, heben wir es auf und setzen es ans Ufer des Baches, dem der Wanderweg folgt. Diese Süßwasserkrabben werden von vielen Japanern als Delikatesse geschätzt.
Leider ist das Bild #0928 etwas verwackelt, der Wasserfall ist aber zu schön, um das Bild auszusortieren.




Wenn man durch kleine japanische Ortschaften läuft, sieht man oft Bäume mit orangen Früchten in den Gärten. Es handelt sich hierbei um Kakifrüchte, wie man sie mittlerweile auch in Deutschland immer wieder mal im Supermarkt kaufen kann.

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Bei allem Interesse für die Kultur Japans, die Begeisterung für Krabbeltiere gewinnt immer wieder die Überhand. Der nächste Block zeigt eine Auswahl von Insektenbildern die auf dieser Wanderung entstanden sind. Der übernächste Block ist dann Spinnen gewidmet.
Ein besonders faszinierendes Insekt ist die Gottesanbeterin. Der direkte Kontakt mit diesem großen Räuber lässt sogar die Schönheit des alten Tsumago vergessen. Der eine oder andere Japaner blickt herüber, um herauszufinden, was die Langnase denn so faszinierend findet. Die übliche Reaktion ist dann ungefähr "Ugh, eine Gottesanbeterin." Während dessen putzt sich das Insekt in aller Ruhe und schaut auch mal kurz auf die Uhr.
Bild #1572 zeigt eine junges Tier, aufgenommen im Juni 2017.

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Da dem einen oder anderen Leser Krabbeltiere mit genau acht Beinen suspekt sind, wurden die ganzen Spinnenbilder zu einem eigenen Block zusammengefasst. Bei der Bestimmung der etwas selteneren Spinnenarten ist diese Seite von SEKINE Mikio sehr hilfreich.

Schon vor zwei Jahren im Juni fielen unterwegs viele Spinnennetze auf. Jetzt im Frühherbst sind die Achtbeiner deutlich größer geworden. Eine recht auffällige Gattung hört auf den wenig schmeichelhaften Namen Jourougumo, zu Deutsch "Prostituiertenspinne". Wie bei vielen Spinnen, ist auch bei dieser Art der Größenunterschied zwischen den Geschlechtern sehr stark ausgeprägt. Deswegen fallen vor allem die zwei bis drei Zentimeter großen Weibchen auf. Diese zeichnen sich durch gelb-schwarz-gestreifte Beine, einen gelb-schwarzen Rücken und einen roten Bauch aus. Die Spinne in Bild #0839 ist noch vom morgentlichen Tau bedeckt.
Bild #1000 zeigt ein Netz, welches vor lauter Nahrungsüberangebot die Tarnung verloren hat. Die Spinne wird zumindest nicht hungrig sein. Wenn man genau hinschaut, kann man dieses Netz auch in der linken oberen Ecke des ersten Gottesanbeterinnenbildes #1002 erkennen.




Neben dem Münzschlitz einer Spendenbox sitzt ein seltsames grünes Heupferd. Als das Tierchen losläuft wollen die Beinbewegungen nicht so richtig zum erwarteten Muster "Heuhüpfer" passen. Das Rätsel wird gelüftet und irgendwann streckt die Onaga-gumo, zu Deutsch "Schwanzspinne", dann ihre Beine wieder aus und hängt als grüner Zweig an der Hauswand.

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181011 - Kamo Aquarium / Tsuruoka

Das nächste große Ziel ist das nördliche Ende von Honshu, genauer gesagt Hirosaki, in der Präfektur Aomori. Nördlich von Tokyo gibt es grundsätzlich drei mögliche Wege nach Aomori. Die östliche Küstenstraße, eine Straße durchs Landesinnere und die westliche Küstenstraße. Zwischen diesen Hauptverkehrsadern gibt es immer wieder Verbindungssstraßen. Etwa auf der Höhe der an der östlichen Küste gelegenen Sendaibucht führt die westliche Küstenstraße durch Tsuruoka in der Yamagata Präfektur. Hier liegt das Kamo Aquarium, auf Japanisch "Kurage Dream Kan", "Quallentraumgebäude". In diesem Süß- und Seewasseraquarium stehen Quallen im Vordergrund. Jedoch wären allein schon die anderen Wasserbewohner einen Besuch wert.
Draußen auf dem Meer plazieren die Fischer ihre Zuchtkäfige um, während wir an diesem leicht regnerischen Tag ins Aquarium gehen. Am Eingang kann man seinen Regenschirm an einem der typischen Regenschirmparkplätze an die Kette legen. Sowohl die rote als auch die schwarze Schrift bitten um erhöhte Aufmerksamkeit, damit nicht aus Versehen der falsche Schirm genommen wird. Diese Warnung ist wohl nötig, da wie man sehen kann, einige Besucher ihre Schirmhalter nicht absperren.



Der Rundgang beginnt mit kleineren Becken für Süßwasserfische, bevor in mehreren großen Becken eine bunte Auswahl an Meeresbewohnern vorgestellt wird. Hier treffen wir auch auf den getigerten Kugelfisch (トラフグ), unglücklicher Hauptdarsteller in so vielen Gourmetrestaurants. Doch dazu später mehr.
Gleich um die Ecke betrachtet uns ein junger Riesenkalmar mit seinem magischen Auge aus einem Becken mit Tiefseebewohnern.

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Auch heute sind mehrere Schulklassen im Aquarium unterwegs. Die Grundschüler sind augenscheinlich von den Insassen der Streichelbecken genauso angetan, wie ihre erwachsenen Begleiter. Für viele ist dies das erste Mal, dass sie einen Einsiedlerkrebs, eine Seeanemone oder eine Seegurke in die Hand nehmen dürfen.
Der Einsiedlerkrebs auf Bild #9207 hat eine kleine Seeanemone, gleich einer Armbanduhr, auf der linken Schere sitzen.




Von hier aus führt der Weg weiter zu den im Freien liegenden Vorführungsbecken. Große bewegliche Planen spenden der Besuchertribüne Schutz vor zu starkem Sonnenschein oder Regen. Hier zeigt gerade ein Publikumsliebling, ein Seelöwe, allerlei Kunststückchen. Zwischendurch hängt er sich auch mal an die Reling um seine Belohnung abzuholen.
Hinter der Zuschauertribüne führt der Weg auf eine Art Dachterrasse. Hier kann man die Seelöwen und Robben zwischen den Vorführungen in Ruhe beobachten. Oder sich beobachten lassen.
Der Blick schweift vom Küstengebirge, über die aufwändig abgestützte Küstenstraße, schließlich aufs offenen Meer. In der Hochsaison werden hier an schönen Tagen Japanmöwen gefüttert, so dass Besucher diese Akrobaten aus der Nähe beobachten können. Ein Schild warnt zur Vorsicht, da sich die Möwen für mitgebrachte Gegenstände interessieren könnten...

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Auf den Abstecher an die frische Luft folgt die Hauptattraktion des Hauses - die Quallenabteilung. Eines sei vorneweg gesagt - die von der Website geweckten Erwartungen werden bei weitem übertroffen. In den nächsten Räumen warten zehntausende Quallen in jedem Entwicklungsstadium, in den verschiedensten Formen, Farben und Größen auf die Besucher.
Beim Photographieren durch die Plexiglasscheiben bei schwachen Lichtverhältnissen kann die alte 6D mal wieder ihr geringes Sensorrauschen zur Schau stellen. Die Quallen sind ständig in Bewegung, daher ist eine hohe Lichtempfindlichkeit notwendig, um auch leicht abgeblendet noch mit hinreichend kurzen Verschlusszeiten arbeiten zu können. Typisch 1/80s f/5,6..f/8 ISO2500.

Schautafeln und die folgende Bilderserie zeigen den Körperbau von Quallen und ihren faszinierenden Lebenszyklus, der sich durch einen sogenannten Generationswechsel auszeichnet. Generationswechsel bedeutet, dass sich bei diesen Lebewesen ungeschlechtliche und geschlechtliche Fortpflanzung abwechseln.
In der ersten Generation wächst die Larve zu einem festsitzenden, asexuellen Polypen heran. Ausgewachsen schnürt der Polyp seinen länglichen Körper nach und nach in viele einzelnen Segmente ein und trennt so freischwimmende Medusen ab. Vertreter dieser zweiten Generation wiederum sind üblicherweise männlich oder weiblich, es gibt jedoch auch zwittrige Varianten.
Für den Forscher kann es eine große Herausforderung darstellen, in der Natur gefundene Polypen und Medusen als Angehörige nur einer Spezies zu erkennen.




Gerade die kleinen Quallen laden zum Spiel mit der Kamera ein. Zum Vergleich - der Filterdurchmesser der Kameralinse f/4 24..105mm beträgt 77mm.

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Diese erwachsenen Medusen kann man durch ein rundes Fenster mit einem Durchmesser von ungefähr einem Meter beobachten. Beim flüchtigen Hinsehen scheinen sich Tropfen von Aquarellfarben in Schlieren aufzulösen, erst in der Vergrößerung erkennt man die filigranen Details dieser Lebensformen.




Der Besucher verliert leicht den Überblick über die vielen verschiedenen ausgestellten Quallenarten. Man wünscht sich viel mehr Zeit, Tage, Wochen, um diese träumerischen Darbietungen zu betrachten. Der Photograph wünscht nach Auswertung der Bilder eine weitere Chance, vielleicht mit anderer Technik, einem Stativ, einer lichtstärkeren Linse, diesen Besuch wiederholen zu dürfen.
Es gibt natürlich auch in Europa Aquarien, die Quallen züchten, z.B. die Tiergärten Schönbrunn oder Berlin.
Die gepunktete Qualle im Bild 9221 kann man sich hier als Video herunterladen. Die m2v-Datei kann z.B. mit VLC Media Player abgespielt werden. Download/Filmstart kann ein wenig dauern - die Datei ist 90MB groß.




Manche Quallen bewegen sich mittels unzähliger kleiner Geißeln fort. In dunklen Becken, angestrahlt mit dem passenden Licht, kann man diese Bewegungen als pulsierende Regenbogenketten beobachten.
Erst ein mit Stativ aufgenommenes Video bringt die Bewegungen richtig zur Geltung. Ein aus der Hand aufgenommenes Video kann man hier herunterladen. Die m2v-Datei kann z.B. mit VLC Media Player abgespielt werden. Download/Filmstart kann ein wenig dauern - die Datei ist 50MB groß.

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Den krönenden Abschluss bildet die Hauptattraktion des Aquariums - das "Jellyfish Dream Theater". Hinter einem kreisrunden Fenster von 5 Metern Durchmesser tummeln sich unzählige Quallen. Im Halbkreis angeordnete Sitzplätze laden zum Innehalten und Genießen ein. Die Darbietung ist so beeindruckend, dass diese Einladung auch von vielen, sonst eher von Zeitnot gequälten, japanischen Besuchern angenommen wird.




An das Aquarium angeschlossen ist ein Sternerestaurant. Hier kann man so ziemlich all das Getier essen, welches man kurz vorher noch hinter Glas bewundert hat. Das Restaurant hat einen Koch mit Lizenz zur Zubereitung von Kugelfisch. Für viele Besucher eine gute Gelegenheit, diese Delikatesse einmal auszuprobieren. Das Menü ist weitgehend auf Japanisch gehalten, einige Gerichte sind für das internationale Publikum auf Englisch beschrieben - zum Beispiel "Curry". Japanisches Curry ist erfahrungsgemäß eine sehr leckere Angelegenheit und passt für uns zartbesaitete Ausländer viel eher zu einem Besuch im Aquarium.
Der weitere Bestellprozess läuft nun nach Standard für den nur des Englischen mächtigen Touristen ab:

  • 1) Eines der auf Englisch beschriebenene Gerichte wählen:
    • Puffer fish ¥3500 (大) / ¥2500 (小)
    • Beef curry ¥800
    • A set meal ¥1800
    • Sashimi Don ¥1400
  • 2) am Kassenautomaten Geld einwerfen (einfach den Anleitungen folgen, wohl dem der Kleingeld hat)
  • 3) Taste für gewünschtes Essen drücken, was den Zubereitungsprozess in der Küche startet und gleichzeitig ein Ticket erzeugt
  • 4) Ticket entnehmen
  • 5) Ticket an der Ausgabetheke vorlegen, Tablett mit Essen entgegennehmen, Platz suchen, genießen
Dem aufmerksamen Betrachter von Bild #1112 wird an diesem ganzen Prozedere ein klitzekleiner Haken aufgefallen sein, nämlich dass der Kassenautomat nur auf Japanisch beschriftet ist! Wir hatten uns für das ¥800 Curry entschieden, was die Auswahl an Tasten glücklicherweise deutlich einschränkt:
  • 由良漬丼
  • ビーフカレー
  • 魚からあげ(単品)
Wahrscheinlich kommt man durch Bildvergleich zwischen Menü und Kassenautomat in wenigen Minuten zur richtigen Lösung. Die Alternativen wären ein Donburi (Schüssel) mit Reis, Fisch und Sesamsoße oder eine Extraportion frittierter Fisch als Zusatz zu einem "A set meal".
Im richtigen Leben bittet man entweder direkt um Hilfe, oder wartet darauf, dass sich eine gute Seele ein Herz fasst, ihr Schulenglisch zusammenkratzt und sich in das Abenteuer stürzt, dem langnasigen Touristen zu helfen. Oft dauert das gar nicht so lange, wenn man mit verzweifeltem Gesicht neben dem Automaten steht.
Die vorstehende Beschreibung entspringt selbstverständlich nicht der eigenen Erfahrung mit diesen Automaten, die man in jeder Autobahnraststätte, jedem Onsen und jedem Schwimmbad findet.




Zum Essen gibt es gratis gerösteten Grüntee (links, Hōjicha​) oder Sencha Grüntee (rechts) aus Selbstbedienungsautomaten. Der genaue Ablauf der Zubereitung stellt sogar manchen Einheimischen auf die Probe. Umso erstaunter ist dann die Reaktion, wenn ein europäischer Tourist seine Hilfe anbietet: Pappbecher aus dem Regel rechts der Automaten nehmen, unterstellen, entweder Taste für Standardausgabemenge drücken (Mitte oben) oder Taste für kundenspezifische Teeausgabe drücken und halten (Mitte unten). Becherinhalt, nur falls gewünscht, mit kaltem (Knopf links, blau) oder heißem (Knopf rechts, rot) Wasser abrunden. Steht ja zum Glück alles glasklar beschrieben auf dem Automaten.




Nach dem Aquarienbesuch machen wir uns wieder auf den Weg nach Norden. Das Wetter ist recht regnerisch. Die Expressstrasse erinnert zusehends an einen Flurbereinigungsweg, mit zulässigen Höchstgeschwindigkeiten zwischen 60 und 80km/h.
Bei Einbruch der Dämmerung suchen wir uns einen ruhigen Parkplatz am Meer. Nach Studium der lokalen Tsunami-Warnung parken wir etwas windgeschützt auf dem ebenen Stück neben dem Strandwärterhaus. Just um Mitternacht, während der Regen ums Auto peitscht, fährt ein weiteres Auto vor. Aha, unter diesen optimalen Bedingungen, während das Auto nicht wirklich aufgeräumt ist, weil wir mehrfach die nassen Klamotten tauschen mussten, werden wir Hauptdarsteller in diesem Klassiker eines jeden Campingurlaubs in Japan - die nächtliche Polizeikontrolle wegen auswärtigem Nummernschild. Wir sind eigentlich immer gut vorbereitet, und die Papiere liegen griffbereit - nur heute geht der Griff ins Leere. Nach anfänglich recht entspannter Begrüßung wird die Stimmung der drei Mann, die da im Regen vor der offenen Seitentür stehen, zusehends schlechter. Wir haben keine Idee, wo die Papiere denn nun sein könnten. Kurz bevor die Lage wirklich kritisch wird, schaue ich nochmal in den Rucksack, den wir im Aquarium dabei hatten. Und siehe da - alles an seinem Platz, in einer kleinen schwarzen Tasche, die ich zu Beginn der Aktion übersehen hatte. Das Papier meiner japanischen Führerscheinübersetzung muss etwas unter dem Regen leiden, aber schließlich bedanken sich die Polizisten und wir sitzen in unseren durchgeweichten Klammotten in der dunklen, kalten, regnerischen Nacht.


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Am nächsten Morgen durchqueren wir zunächst die herbstliche Akita Präfektur, bevor wir schließlich die Aomori Präfektur erreichen. Hirosaki und dessen Hausberg Iwaki-san stehen schon lange auf der Liste der Wunschziele. Eine mehrsprachige Tourismuskarte, welche hier in voller Kameraauflösung vorliegt, lädt zum Besuch vieler Sehenswürdigkeiten ein.


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181012 - 181014 - Hirosaki

... in Arbeit ...




181014 - Iwaki San

Schon vor meiner ersten Japanreise war mir der Hausberg von Hirosaki aufgefallen. Der 1625 Meter hohe Vulkan Iwaki-san (岩木山) erhebt sich eindrucksvolle anderthalb Kilometer über die Ebene von Hirosaki. Nachdem ich auch noch die kurvige Skyline-Route auf Google Maps gefunden hatte, war klar, dass ich diese einmal befahren möchte. Der im letzten Jahr verletzungsbedingt ausgefallene Besuch sollte nun endlich nachgeholt werden.
Die Skyline wird von einer privaten Firma betrieben. Wie für Japan üblich, werden die offiziellen Betriebszeiten penibelst eingehalten. Schon an der Abzweigung von der Präfekturialstraße 3, zur Zufahrt der Skyline, wird außerhalb der Betriebszeiten auf die Schließung hingewiesen. Fährt man trotzdem noch ein Stück weiter, so findet man kurz vor dem Mauthäuschen ein geschlossenes Gatter, das unmissverständlich mit 立入禁止 "tachiirikinsi" auf "Zutritt verboten" hinweist.
Diese Sperren verschwinden irgendwann früh morgens, so dass man sich am Mauthäuschen in die Schlange stellen und bis um 08:00h auf die Öffnung der Straße für den allgemeinen Verkehr warten darf.
Wir sind etwas zu früh, so dass wir uns mit den reichhaltigen Information auf der Hinweistafel die Zeit vertreiben können:
Uns erwartet ein 360° Panorama am Ende der Skyline. Mmmh, leicht geschwindelt, für den Rundumblick muss man wohl schon auf den Gipfel steigen und der liegt ein paar hundert Meter über dem Ende der Seilbahn, die man am oberen Parkplatz besteigen kann. Nun gut, Marketing halt...
八合目天気候 - 晴. "hatchigoumetenkikou - hare" Wie schon die Sonne vermuten lässt, das Wetter an der achten Station ist heiter. In Japan gibt es eine spezielle Höheneinheit für Berge - 合目 "goume" - "Station". 合目 ist ein japanischer Bergsteigerbegriff und bedeutet "ein Zehntel der Zeit auf dem Weg zum Gipfel eines Berges". Diese Einheit hat daher weniger mit der tatsächlichen Höhe über dem Meeresspiegel, als mit den "Wegverhältnissen" zu tun.
Als nächstes fällt der Blick auf den Sesselliftstatus: 準備中 "junbitchuu" - "am Vorbereiten". Klingt nach Kontrolle vor der Eröffnung um 09:00h. Ganz in unserem Interesse, wenn keine Schraube locker ist.
行事予定 "gyoujiyotei" - keine geplanten Veranstaltungen.
Der Hauptteil der Tafel gehört den Mauttarifen. Um jegliche Diskussionen zu vermeiden, weist die Tafel darauf hin, dass die Gebühr anhand des Nummernschildes ermittelt wird. Unser Minivan trägt in der oberen Zeile der Nummernschilder 成田500 (Narita500), was ihn als 小型乗用車 "kogatajouyousha" "Pkw mit Hubraum kleiner 2000ccm, unter 4,7m Länge und unter 1,7m Breite" ausweist. Wir können uns also auf eine Maut von 1800円 einrichten. Wieder was gelernt, denn das selbe Verfahren wird auch auf japanischen Fähren eingesetzt. Und ich habe mich auf der ersten Reise immer gefragt, woher die am Fahrkartenschalter die Länge meines Fahrzeugs wussten.



Endlich ist es soweit. Das Navi zeigt nochmal die Strecke die vor uns liegt. Auf den nächsten 10 Straßenkilometern werden wir in 69 Kehren von 540m nach 1220m klettern.
Während die Vegetation zu Anfang noch aus herbstlich buntem Laubwald besteht, ist am oberen Parkplatz nur noch Gestrüpp vorhanden.



Vom Parkplatz aus schweift der Blick zum immer noch 300m höher liegenden Gipfel, der von einer kleinen Pyramide markiert wird. Ein Sessellift beinhaltet die Versuchung, den Anstieg um 200m abzukürzen. Doch der Aufstieg vom Parkplatz zum Gipfel erfolgt von hier aus zu Fuß, mit leichtem Gepäck. Neben einer Windjacke, etwas zu trinken und zu knabbern, darf nur die 6D an 24-105mm f/4 mit. Auf dem Fußweg sortieren sich die Wanderer recht schnell durch. Wie so oft in Japan, ist es keine Überraschung, wenn neben Sportlern auch Rentner in Sandalen an mir vorbeiziehen.
Mit jedem gewonnenen Meter erweitert sich der Blick auf die herbstliche Aomori-Landschaft. War der Weg unterhalb der oberen Station der Seilbahn noch feucht und stellenweise matschig, wird er nun trocken und steinig, um sich schließlich auf den letzten Metern zum Gipfel in einen steinigen Klettergarten zu verwandeln.
Eindreiviertel Stunden später, endlich oben angekommen, findet man einen kleinen Schrein, eine verschlossene Schutzhütte, ein geräumiges Klohäuschen, eine Menge Leute die schneller waren als man selbst und schließlich die Steinpyramide, welche als einziges Artefakt schon vom Parkplatz aus zu sehen war.

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Nach einer kurzen Erholungspause bewundere ich in Ruhe das versprochene 360° Panorama. Ein paar ausgwählte Blickwinkel:
Bild 9472 nach Südosten, über die sommerlich-kahle Piste des Iwakisan Hyakuzawa Ski Resort, in Richtung des südlichen Hirosaki und seinen berühmten Obstplantagen.
Bild 9490 überlappend mit dem vorhergehenden Bild in Richtung Osten auf Hirosaki. Zur Orientierung: die Grünflächen auf halber Bildhöhe am rechten Bildrand sind der Schlosspark und die angeschlossenen Gärten.
Bild 9499 im Nordosten geht der Blick rechts vorbei am Tsugaru Fujimi See in Richtung Aomori Stadt an der Mutsu Bucht.
Bild 9511 in Richtung Norden, den Iwaki-Fluß entlang.
Bild 9504 in Richtung Nordwest nach Ajigasawa und direkt daran anschließend
Bild 9506 in Richtung Nordwest, der kleine 黒ん坊沼 "kuronbounuwa" "Schwarzer Priester Tümpel".
Bild 9475 in Richtung Süden der Golfplatz des Tsugaru Country Clubs, neben den verschiedenen Sportanlagen des Mt.Iwaki Synthesis Parks.
Bild 9484 im Südwesten kann man die komplette Skyline überblicken, von der Bergstation des Sesseliftes, über den oberen Parkplatz, entlang der in den Wald geschnittenen Serpentinen, bis hinunter ins Tal.

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Der Abstieg beginnt wieder über das Geröllfeld, diesmal mit dem freundlichen Hinweis 右降り "migikudari" "beim Abstieg rechts halten" - und das im Land des Linksverkehrs. Die Mahnung in roter Schrift auf dem Schild in Bild 9515 lautet 危険 "kiken" "Achtung, Gefahr". Die kleine Schutzhütte mit dem roten Dach liegt auf halbem Wege zwischen dem Gipfel und der Liftstation.
In Erinnerung an den nun folgenden, recht schlammigen Weg, entschließe ich mich ein Ticket für den Sessellift zu lösen. Eine gute Entscheidung, kann ich doch so die schöne Aussicht nochmal in Ruhe genießen.

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181014 - Herbstwald und der Weg zum Towada See

Von Hirosaki aus folgen wir der Präfekturialstraße 102 in Richtung Towada See. Im Nordwesten des Sees, 700m über dem Meeresspiegel, spaltet sich die Straße auf. Die 102 schlängelt sich oberhalb des Nordufers entlang, bis sie schließlich wieder nach Nordwesten in die Oirase Schlucht abzweigt.
Zwei Kehren vor ihrem höchsten Punkt, ziemlich genau auf 900m Höhe, gibt die Straße den Blick frei ins Tal hinunter in Richtung Osten. Um einen winzigen Parkplatz herum reihen sich die Fahrzeuge von Photographen und Touristen auf der Straße. Es ist 15:30h, die schräg oberhalb und hinter unserer linken Schulter stehende Sonne erleuchtet den herbstlichen Wald. Am Horizont, alle anderen Erhebungen überragend, liegt der Iwaki, auf dessen Spitze ich vor fünf Stunden stand.
Wir verweilen etwas mehr als eine halbe Stunde und beobachten, wie die vorbeiziehenden Wolken ein Spiel von Licht und Schatten aufführen. Auf jeder der folgenden Aufnahmen werden unterschiedliche Nuancen ins Licht gerückt.

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Zwei Kehren weiter erreicht die 102 ihren höchsten Punkt am Nordufer des Sees. Hier auf 1000m Höhe bietet die Ohanabeyama-Aussichtsplattform 御鼻部山展望台 (Ehrenwerter Nasensektionsberg - Aussichtsplattform) einen gigantischen Ausblick auf den 600m tiefer liegenden See. Der Towada See (十和田湖) ist mit 61 Quadratkilometern und 327m Tiefe der größte Kratersee Honshūs. Sein Wassser speist den Oirase-Fluß in der gleichnamigen Schlucht.

Die, listigerweise auf dem Kopf stehende, Tourismuskarte zeigt eine Übersicht des Sees. Der aktuelle Standort ist in roter Schrift (現在地 genzaichi) markiert. Die tiefste Stelle 中湖 Nakako ist schwarz markiert. Die Karte ist komplett mit Furigana-Lesehilfen ausgestattet, so dass die lokalen Namen eindeutig wiedergegeben werden können.

Die nächste, leider etwas unscharf abgelichtete Karte erklärt kurz die Entstehungsgeschichte des Sees.
1) Vulkan vor 200.000 Jahren
2) bis vor 30.000 Jahren Aushöhlung unterhalb des Kraters
3) danach Einbruch der Caldera
4) vor 10.000 Jahren erneute vulkanische Aktivität
5) vor 4000 Jahren explosionsartiger Ausbruch
6) erneute Bildung eines Kratersees
7) danach ruhender Vulkan
8) vor 2000 Jahren Bildung des Domes der Okurahan-Halbinsel

Der runde Kopf der Okurahan-Halbinsel (御倉半島) erhebt sich auf 660m. (Hier sind sich die Kartographen mal wieder nicht in der Ausspache einig. Google schreibt Mikurohan-shima, während die lokale Tourismuskarte hier Okurohantou angibt.)

Wir folgen der 102 weiter in Richtung Osten. Auf den nächsten 10 Kilometern müssen noch 600 Höhenmeter bis zum Seeufer abgebaut werden. Danach geht es noch weitere anderthalb Kilometer durch den Wald am Seeufer entlang, bis wir Nenokuchi (子ノ口), das Ziel des heutigen Tages, erreichen. Direkt am See ist ein Parkplatz, von dem aus wir den Sonnenuntergang bewundern. Bevor die Nacht einbricht, schauen wir noch kurz über die Straße zum Anfang des Oirase-Flusses. Ein langer, ereignisreicher Tag geht schließlich zu Ende.

Ich schreibe diese Zeilen Ende Oktober 2021. Das Laub vor meinem Bürofenster lässt mich wehmütig an jenen Herbst in Honshu zurückdenken.

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181015 - Towada See / Oirase Schlucht

Nach einer überraschend ruhigen Nacht am See stehen wir heute im ersten Licht der Dämmerung auf. Wir erkunden kurz die verschlafene Touristenhochburg Nenokuchi (子ノ口). Auch heute, drei Jahre nach der Reise, frage ich mich, warum ich in aller Herrgottsfrühe eine Kamera mit auf die Toilette genommen habe. Wie auch immer, ohne Blitz gelingt es, ein weiteres Mahnmal der unorganisierten Kriminalität auf japanischem Boden zu dokumentieren.

In verschiedensten Formen auf vielen Touristentoiletten anzutreffen, findet sich auch hier eine dringende Mahnung hier (Bild 1637) (zum Aufklappen)
警告	             	Warnung!
トイレットペーパーは      	Was das Toilettenpapier betrifft,
持ち帰らないで下さい、   	dieses bitte nicht entwenden,
後の方が          	da dies die nächsten ehrenwerten Besucher 
大変困ります。      	in gar arge Bedrängnis bringt.
パトロールをしていますが、	Wir patrouillieren zwar,
持ち去るのを見た方は  	aber wenn sie eine entwendende Person sehen,
警察に通報してください。 	dann melden Sie diese bitte der Polizei.
青森県観光企画課   	Aomori Tourismus Planungsabteilung

Direkt nebenan hängt dann auch eine weitere Karte, auf welcher der, sich in arger Bedrängnis befindende, ehrenwerte Besucher ein Bild über die Entfernung zur nächsten, hoffentlich ungeplünderten, öffentliche Bedürfnisanstalt machen kann.
Kurz nach sechs klettert die Sonne über den 600m höher liegenden Kraterrand und beleuchtet den gegenüberliegenden Kraterrand. Während wir unser Frühstück zu uns nehmen, treffen um viertel nach sechs die ersten Sonnenstrahlen auf die Kuppel der Halbinsel Okurahantou, welche 300m aus dem Wasser aufragt.

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Der knapp 10km lange Oberlauf Oirase Flusses (奥入瀬川, Oirase-gawa, dt. etwa: Fluss in den Stromschnellen ) ist zu Recht ein bekanntes Naturdenkmal. Während der Wanderung auf der touristisch stark erschlossenen Strecke entstanden innerhalb kurzer Zeit wieder zweihundert Bilder. Neben Bildern von der wunderschönen Natur, werden hier auch viele Wegmarkierungen und Erklärungen gezeigt, weil sich so für den Japanischlernenden sehr gut optische Eindrücke mit Texten verbinden lassen. Der Betrachter wird gebeten, wohlwollend über für ihn uninteressante Stellen hinwegzusehen.

0650: Wir machen uns früh auf den Weg und haben so die Landschaft noch ein paar Stunden fast für uns allein, während andere Besucher wohl noch ihr Frühstückbuffet im Hotel genießen.
Eine Hinweistafel am Beginn des Weges zeigt in Bild 1649 die vor uns liegende Strecke in voller Kameraauflösung. Die danebenstehenden Schilder weisen auf die lokalen Betriebszeiten und die Gefahren der Wildnis hin. Für uns ein gut ausgebauter Waldweg, für Großstädter wohl eher ein Abenteuerspielplatz.
0654: Bild 1652 erklärt uns, dass wir hier am Abfluss auf Bild 1651 noch Wasserpflanzen (水草 mizukusa) des Towada-Sees sehen. Wir freuen uns über die wunderschönen Farben.
0703: Das Wasser neben uns zeigt die ersten Stromschnellen, während uns ein Schild nicht nur die aktuelle Position (800m bis zur ersten offiziellen Attraktion) zeigt, sondern uns auch noch vor herabfallenden Ästen (落枝注意) auf diesem Naturwanderweg im Nordosten von Honshu (東北自然歩 touhokushizenjyou) warnt.
0712: Wir erreichen die großen Chyoushi-Wasserfälle 銚子大滝 (chyoutiootaki - Sake-Karaffe, große Wasserfälle). Die Gegend sieht aus als ob ein Riese große Felsen ins Flusstal geworfen hätte. Der Fluss überwindet diese Hindernisse in mehreren großen und kleinen Wasserfällen. Eine stellenweise etwas morsche und ziemlich glitschige Holzbrücke führt den Wanderer nahe an die Fälle heran. Unten angekommen, bahnen sich die Wasser ihren Weg quer durch den Wald, um sich schließlich wieder in einem gemeinsamen Flussbett zu vereinen.

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Ode an die Oirase-Klamm (奥入瀬渓谷)
Auf der Tafel in Bild 1677 leiht Satō Haruo (佐藤 春夫) dem Fluss seine Stimme. (Übersetzungsvorschlag anzeigen)

Materialsammlung, Übersetzung in Arbeit, Anmerkungen SEHR willkommen.
奥入瀬谿谷の賦    	Ode vom Oirase Flußtal
佐藤春夫         	von Satō Haruo

瀬に鳴り渕に咽びつゝ  	dies ist der Gesang der Oirase Wasser  
奥入瀬の水歌ふなり  	die Melodie in den Tiefen der Stromschnellen
しばし木陰に佇みて   	Wanderer, halte kurz inne im Schatten der Bäume 
耳かたむけよ旅人よ   	und lausche

うれしからずや谿深み   	in der Tiefe des Tals
林のわれを養ふは    	durchschneide ich die Wälder
水清くして魚住まず   	mein Wasser ist für Fische zu klar,
望すぐれて愁あり     	ich bin gepeinigt mit zu vielen Sehnsüchten

十和田の湖の波の裔  	Sproß der Fluten des Towada-Sees
身の清冽を愛しめども 	bedaure meinen kühlen und reinen Körper,
深山を出でて野に向ふ 	den Tiefen der Berge entspringend, der Ebene zugewandt
身の現実とそ是非なけれ 	beweine meinen Zustand 

友よ谷間の苔清水   	höre Freund, des Talgrunds moosige Wasser
歯朶の雫よ瀧つ瀬よ  	der Farne Tropfen, der Wasserfälle Stromschnellen
やがいて野川に濁るべき 	weg von hier, getrübt im trägen Fluss
明日の運命は歎かざれ  	beschwert mich mein morgiges Schicksal 

しばしは此処にいざよひて	verweile für eine kurze Zeit hier
さみどり深く閉したる   	versinke in den grünen Tiefen
高山の気を身に染めん 	bade den Körper im Geist der hohen Berge
花も楓も多なるを    	und der Blumen und der Ahornbäume

林に藤の大蛇あり    	in den Hainen gibt es große Wisteria-Schlangen
谿に桜の鰐朽ちて    	im Tal verroten Kirschblüten-Krokodile
何をか求め争ふや    	ich streite für meine Sehnsüchte
わが幻をにくむかな    	vielleicht eine Abneigung gegen meinen Traum

さもあらばあれ木洩日の 	wenn die Lichtstrahlen durch die Bäume
漂ふ波に光あり      	fließen und die Wellen erleuchten
水泡は白く花と咲き   	wie weiße Blüten der Schaum
鶯老いて春長し     	wenn braun und alt sie werden, Frühling noch weit

もしそれ霜にうつろはば 	wenn Frost eintritt
狭霧のひなの高麗錦 	Nebel durchzieht das Land wie Bänder von Brokat
流るる影も栄えあり   	Schatten fließen überall
みな一時の夢ながら  	für eine Stunde ist alles wie im Traum

わが行く前の十四キロ 	vor mir liegen vierzehn Kilometer
ここに歌あり平和あり  	hier singe ich, habe ich Frieden
また栄あり劣らめや   	bin ich auch unscheinbar, hier unten gedeihe ich, 
浮べる雲のよろこびに  	den schwebenden Wolken zur Freude

Anmerkungen:
賦: - Gedicht, Geschichte, Fu-Dichtung
2-3: 水清くして魚住まず -> eine Anspielung auf das japanische Sprichwort "水清ければ魚棲まず" -> "the morally upright have a hard time making friends; fish will not live in water that is (too) clean"?
3-1: すゑ kann man mit Nachkomme, Sproß übersetzen. Entgegen der heute üblichen Lesarten suso/すそ, sue/すえ wünscht sich der Dichter hier jedoch suwe/すゑ, welches die Verwendung des seltenen we/ゑ-Hiragana erfordert.
3-4: 現実うつつ Sonderlesung, statt げんじつ/Realität
4-4: 運命さだめ Sonderlesung, statt, うんめい/Schicksal.
6-4: にくむ "starke Abneigung, Hass", erste Referenz wohl in Genji Monogatari
9-1: Die Lesung 14km (十四キロ) passt zur Gesamtlänge des Oirase-Flusses bis zu seiner Mündung. Siehe Bild 1639, Karte auf der öffentlichen Toilette.
Weitere Quellen:
Aomori Präfektur - Moderne Lyrik

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0727: Insgesamt muss das hier eine recht gefährliche Gegend sein. Kurz vor den Kudan-no-taki (九段の滝 Neunstufen-Wasserfälle) warnt die Aomori Präfektur vor Steinschlag und herabfallenden Ästen. Wenn dieses Schild nicht im Bild 1678 stünde, könnte man die Gegend mit der fränkischen Schweiz verwechseln - ein Gedanke der mir auf dieser Wanderung noch öfters kommt. Wahrscheinlich soll das Schild aber einem anderen Zweck dienen, nämlich Touristen davon abhalten, die Wasserfälle hochzuklettern.

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0732: Wenige Meter später quert der Weg bei den Shimai-no-taki (姉妹の滝 Schwestern-Stromschnellen) wieder den Fluss. Der Photograph kann es auch hier nicht lassen, Aufnahmen mit verschiedenen Belichtungszeiten zu machen.
Weiter geht der Weg, geziert von Wasserfällen und wunderschöner Natur.
0806: Pfad am Wasser

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0831: Eine Übersichtskarte zeigt, dass wir an einer weiteren Hauptattraktion angekommen sind - den Kumoi-no-taki (雲井の滝 - Ateji Lesung: "Himmels-Fälle", oder wörtlich "wolkiger Brunnen/wolkiges Becken Fälle"). Während die eigentlichen Wasserfälle eher etwas im Sparbetrieb scheinen, präsentiert die nähere Umgebung doch einige schöne Photomotive.

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0912: Der Uferpfad führt uns zu den Ishigedo-no-se, den Stromschnellen an der Steinhütte (石ヶ戸の瀬). Die Ecke bezieht ihren Namen aus einer Felsformation. Ein gewaltiger Kuchenbaum hebt einen Felsen seitlich an, so dass sich ein kleiner Unterstand bildet. Das direkt vor dem Objekt aufgepflanzte Hinweisschildes gibt Erklärungen in verschiedenen Sprachen ab.

Aus schierem Spaß an der Freude, soll hier noch eine deutsche Version vorgeschlagen werden (zum Ausklappen)
石ヶ戸                    	Ishi-ge-Do
「ヶ戸」とは、                	Ge-Do bedeutet Hütte
この場所の方言で小屋を意味する。	im lokalen Dialekt.
つまり「石ヶ戸」とは石でできた小屋、 	Sinngemäß heißt "Ishi-ge-Do",
                         	aus Stein gebaute Hütte,
いわゆる岩屋を意味している。     	oder Felsenhütte.
実際、大きな岩の一方がカツラの   	Tatsächlich lässt der auf einer 
                         	Seite von einem gewaltigen Kuchenbaum 
巨木によって支えられて         	gestützte Felsen den Eindruck
岩小屋のようにみえる。          	einer Felsenhütte entstehen.
昔、鬼神のお松という美女の盗賊が 	Vor langer Zeit, so geht die Legende,
ここをすみかとし、             	soll hier eine schöne Räuberin,
                         	eine Dämonin, genannt O-Matsu, 
                         	("ehrenwerte Kiefer"), gehaust haben, 
旅人から金品を奪っていたという    	die Reisenden Geld und Waren 
伝説がある。                	geraubt hat.
東北自然歩道 青森県        	Touhoku (Nordost-Honshu) Naturwanderweg,
                         	Aomori

Etwas stromaufwärts hält ein Künstler die Szenerie in Öl fest. Wir wollen ihn nicht stören, machen jedoch heimlich eine Aufnahme mit der Telelinse.
Wir haben nun endgültig den Teil des Weges erreicht, der mit ganzen Busladungen an Touristen versorgt wird. Gleichzeitig verschwindet der Weg, so dass wir auf der nun vielbefahrenen Straße weiterlaufen müssen.

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1046: Die Gegend ist um diese Uhrzeit nun dermaßen überlaufen, dass wir beschließen, uns auf den Rückweg zu machen. In Shimeikei (紫明渓 "Lilalichttal") schauen wir auf den Fahrplan. Glück gehabt, wir müssen nicht lange warten. Bild 1839 ist im Inneren des Buses entstanden und recht verwackelt. Irgendwie merkt sich der Fahrer, an welcher Station ein Passagier eingestiegen ist. Der Fahrpreis, welcher nach Möglichkeit abgezählt in kleinen Scheinen oder Münzen zu bezahlen ist, ergibt sich aus der Länge der Fahrt. Leider haben die Zahlen auf der Anzeigetafel nicht viel mit den Haltestellennummern zu tun, so dass der Fahrpreis bis zum Aussteigen ein Mysterium bleibt. In der Wartehalle von Nenoguchi können wir dann das komplette Preisgefüge überprüfen. Hier ist der Fahrpreis von Shimeikei mit 630円 angegeben.
Bevor es mit dem Auto weitergeht, nehmen wir in Nenokuchi noch eine lokale Grillspezialiät zu uns.

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181015 - Kazuno Shimonoyu Badehaus

Nach unserer Wanderung durch die Oirase-Schlucht folgen wir der 103 in Richtung Süden (siehe auch Karte 9599, Süden ist oben!). Die vielen Eindrücke der morgendlichen Wanderung machen die nächsten Touristenattraktionen nicht interessanter, so dass wir an diesen vorbeifahren. Wir verlassen das Seeufer und folgen der 103 weiter in Richtung Süden, auf der Suche nach einem Onsen. Am östlichen Ende von Kazuno (鹿角 - Rehgeweih) fragen wir in der lokalen Touristeninformation nach Tipps für ein Onsen. Zugegebenermaßen haben wir nach der Wanderung wohl nicht den elegantesten Eindruck gemacht. Auf jeden Fall meint die Dame hinter dem Tresen, dass wir das Onsen im Nobelhotel vergessen und lieber ihrem Geheimtipp folgen sollen. Sie beschreibt ein Onsen gespeist direkt aus den vulkanischen Quellen, auf denen die Stadt steht. Ja, die Straße runter, dann links und wir stehen vor dem 下の湯共同浴場 - "Shimonoyu öffentlichen Badehaus". Mangels weiterer Platzangebote, parken wir direkt vor dem Ticketautomaten. Wer das Bild 1850 genauer betrachtet, sieht unseren Van mit dem Narita Nummernschild (成田500) neben einem lokal in der Akita-Präfektur zugelassenen Kei-Car (秋田50) stehen. Die linke Tür ist für Herren, die rechte für Damen.
Das Detailbild 1850 zeigt unsere Position auf der lokalen Katastrophenschutzkarte. Hier weist der Nordpfeil zur Abwechslung mal nach rechts.
Unter seinem kleinen Vordach steht, gleich einem Altar mit geöffneten Flügeltüren, der "GLORY KM-S100" Ticketautomat. Das Schild sagt 利用券リヨウケン "Benutzungsticket" und ziemlich klein darunter 当日限りトウひぎり "gültig am Ausgabetag".

Auf dem Automat stehen, mehr oder weniger lesbar, verschiedene Gebrauchsinformationen (Klicken zum Aufklappen)
硬貨入口コウカいりぐち			Münzeinwurf
ただいまの金額ただいまのキンガク		aktueller Einzahlungsbetrag
入浴券 200円ニュウヨクケンエン		Badeintrittsticket 200 Yen
200円になりました。	Es gab eine Preiserhöhung auf 200 Yen (ca. 1,70€). 
(未就学のお子様は無料です)	Vorschulkinder freier Eintritt.
硬貨取x口コウカとりxぐち		Münzrückgabe
お札入口おさついりぐち			Geldscheineingabe
おつり返却おつりヘンキャク		Wechselgeld Rückgabe (Knopf)
つりxxれつりxxれ		abgezählte Münzen einwerfen (Leuchte)
Wir bezahlen brav unseren Eintritt und schieben mit etwas Kraft die Eingangstüre zur Seite. Die ständig feucht-heiße Luft hat am Inventar deutliche Spuren hinterlassen. Ein Blick verrät, dass wir im Moment die einzigen Gäste in diesem Badehaus sind. Die ganze Stimmung zeigt, dass sich hierher wohl selten Rundreisetouristen verirren werden. Schnell fällt die Entscheidung, die Gunst der Stunde zu nutzen und ein paar hektische Schnappschüsse zu machen.
Im Eingangsbereich warnt das Schild neben dem Schuhregal 履物の間違いにご注意ください! - "Passen Sie auf Missgeschicke mit Ihrem Schuhwerk auf". Die Entscheidung, ob dies als Warnung gedacht ist, nicht mit den falschen Schuhen nach Hause zu gehen oder ab hier keine Straßenschuhe mehr zu tragen, sei dem Leser überlassen.
Der nächste Raum ist der Umkleideraum. Rechts im Bild 1853 die Kleiderfächer. Bild 1858 zeigt den Blick zurück in den Vorraum. Auf dem handgeschriebene Zettel an der Tür steht: 10月16日(火) 事務所 休みです。 ごめいわくおかけします。 "Am Dienstag, den 16.10. ist unser Büro geschlossen. Wir bitten die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen." Tja - wäre nur das Büro zu, oder der ganze Betrieb? Wir werden die Antwort nie erfahren.
In Bild 1859 erklärt die Bekanntmachung in bestem Beamtenjapanisch die Motivation des Gesellschaftsrates zur Erhöhung der Badegebühren in Jahre 28 der Heisei-Ära (2017, also im Vorjahr). Vorschulkinder dürfen nun kostenlos ins Bad, für alle anderen wird die Jahresgebühr um 4200 Yen teuerer. Die Berechnungstabelle zeigt, wie sich die Jahresgebühr aus einem Grundpreis von 2000 Yen Gesellschaftsabgabe (組合費) und einem Quartalspreis von 4050 Yen zusammensetzt. Die Tabelle rechnet sauber die Kosten für eine bis zehn Personen vor und zeigt sehr aufwändig, dass es keine Familien- oder Gruppenrabatte gibt. Im, von einem lokalen Bauunternehmen gesponsorten, Spiegel sieht man ein großes 禁煙キンエン "kin'en - Rauchen verboten"-Schild. Ebenfalls im Spiegel, sowie im Detail im Bild 1860, erklärt die Tafel, dass dieses Bad an jedem dritten Donnerstag im Monat geschlossen ist. Es werden jedoch Ausweichmöglichkeiten in angeschlossene Bäder und deren jeweilige Ruhetage genannt.
Über den Kleiderablagefächern aufgenommen, enthält Bild 1861 verschiedene Informationen zum Bad:
 - Das blaue Schild versichert amtlich, dass am 13.12.2017 die Herrenabteilung frei von Legionellen-Bakterien war.
 - Die bunten Bilder auf dem Plakat darüber zeigen korrekte Badehaus-Etikette im Kazuno Onsen (Onsen "温泉" wird hier, genau wie die Gesellschaft der Onsenfreunde, die das Bad betreibt, "Yukko" genannt.). Die roten ersten Zeichen der sechs Punkte ergeben zusammen かつのいいゆ "kazunoiiyu - angenehmes Bad(en) in Kazuno"。
 - Das Schild mit dem Kleingedruckten gibt allerlei Informationen zu diesem Badehaus, Stand 29.05.2008. Eine Wassertemperatur fällt ins Auge - 58.8°C. Leider ist die Canon 700D bei diesen Schnappschüssen auf ISO800 eingestellt, so dass die Auflösung und Lesbarkeit stark leidet.

Nebenan befindet sich die Hauptattraktion - der Baderaum. Ein Becken, Waschutensilien, Waschplätze und eine interessante Verrohrung. Schnell werden noch ein paar Schnappschüsse gemacht und dann die Kamera versteckt.
Nach dem ganzen Vorspann ist nun endlich Zeit für ein Bad.
Der ganze Raum ist schwül-heiß. Ein kurzer Check an der vorderen Beckenecke offenbart eierkochermäßige Temperaturen. Da gehe ich nie rein! Aber der Schweiß der letzten zwei Tage muss runter. Also nehme ich mir ein weißes Schemelchen und ein gelbes Eimerchen und setze mich an den ersten Waschplatz.
Ein kleines weißes Schild neben dem Spiegel stellt weitere Verhaltensregeln auf:
洗い場の独占はご遠慮ください Bitte nehmen Sie Abstand davon, Waschplätze lange zu belegen
大温泉公衆浴場は、他の銭湯とは違い hier ist es anders als in großen Onsen, öffentlichen Badeanstalten für die Massen:
湯い場や、蛇口の数が十分ではありません。 es gibt nicht genug Waschplätze und Wasserhähne.
一人で長時間居座らずに、皆さん交替 Lasst uns jeder einzelne nicht zu lange sitzen bleiben
で使いましょう。 und uns bei der Benutzung abwechseln!

Die Verrohrung ist ein Meisterstück des Klemptnerhandwerks. Sämtliche Wasserhähne sind mit einem blauen Punkt versehen, werden jedoch aus zwei verschiedenen Leitungen gespeist. Aus dem einen Hahn kommt eiskaltes Wasser, aus dem anderen kochend heißes. Nie und nimmer sind das "nur" 58.8°C! Während ich hier so sitze und mich wasche, höre ich, wie sich draußen die Tür öffnet und eine weiterer Badegast den Umkleideraum betritt. Bald darauf betritt ein alt aussehender Japaner den Beckenraum. Er stutzt etwas, antwortet jedoch auf meine höfliche Begrüßung und wir kommen schnell ins Gespräch. Auch er checkt schnell die Wassertemperatur und meint "Viel zu heiß, da kann man ja nicht rein!" Aha, denke ich mir, schön dass auch ein Einheimischer meiner Meinung ist. Der Neuzugang verlässt kurz den Raum und kommt mit einem Schlauch zurück. Dieser wird an einen Kaltwasserhahn angeschlossen und fördert nun mit Hochdruck Kühlwasser in den vorderen Beckenteil. Nach einiger Zeit wird die Temperatur nochmals geprüft und mein Gesprächspartner zeigt sich von der harten Seite, als er ins Wasser steigt.
Ich zögere noch, als ich durch die noch offene Tür sehe, wie ein weiterer älterer Herr im Overall den Umkleideraum betritt. Der Mann kommt direkt vom Reisfeld! Die Gummistiefel wurden am Eingang deponiert. Der Overall wird langsam, Knopf für Knopf, aufgeknöpft und vom Leib geschält. Die einteilige warme weiße Unterwäsche erinnert an Szenen aus einem Lucky Luke Heft. Nachdem auch der letzte Fetzen Stoff gefallen ist, kommt der Gast ins Bad. Da ich mich schon mit seinem Bekannten unterhalte, findet mein Aussehen keine sonderliche Beachtung. Schließlich sitzen wir zu dritt im Becken und machen Smalltalk.
Der letzte Onsenbesuch auf dieser Reise war ein wenig anders als erwartet, aber irgendwie auch ein sehr schöner Einblick in das japanische Leben abseits der großen Städte.

Nachtrag: Beim Betrachten der von kana920 in 2021 bei Google Maps eingestellten Bilder, fallen einige neue Schilder auf. 方 Personen aus 県外 (außerhalb der Präfektur) und 海外 (von Übersee) werden gebeten, das Bad nicht zu betreten. Gab es vielleicht unangenehme Gäste? Die Bilder haben eine etwas schlechte Auflösung, aber man kann auf einem Schild oberhalb des Ticketautomaten das Wort コロナ Corona erkennen. Als ich meiner Frau davon erzähle, werde ich gefragt:
"Das steht dort auf Japanisch?"
"Ja, klar. 県外、海外の方 入らないでください - Menschen aus anderen Präfekturen und Ausländer werden gebeten draußen zu bleiben."
"Auf Japanisch?!"
Nun fällt der Groschen endlich auch bei mir: "Oh mein Gott!" sage ich und muss lachen.


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181015 - Ōyu Steinkreise aus der späten Jōmonzeit

Nach dem Besuch im Badehaus verlassen wir Kazuno und sind eigentlich schon auf der Suche nach einem Schlafplatz, hatten jedoch ein Hinweisschild zu den Ōyu Steinkreisen "(大湯環状列石, Ōyu Kanjyō Resseki)" gesehen. Dieses wichtige Kulturerbe können wir uns nicht entgehen lassen. Also folgen wir kurz der 103 nach Nordosten. Die Steinkreise wurden wohl 2000 - 1500 Jahre vor unserer Zeitrechnung in der in der späten Jōmon-Zeit (縄文時代, jōmon jidai) geschaffen. Das jō steht für die On-Lesung von 縄 (Strohseil, Kordel). Die japanische Lesung wäre nawa, bekannt durch 沖縄 (Okinawa, Kordel auf hoher See).
In der Vorgeschichte Japans gab es in der Zeit von 14000 BCE bis 300 BCE die Jōmon-Kultur. Namensgebend sind Muster in den gefundenen Tonartefakten, welche durch Abdrücke von Strohkordeln erzeugt wurden.
Beim Vergleich mit Europa kommen dem Betrachter die Steinkreise von Stonehenge in den Sinn, welche wohl zwischen 2400 und 1500 BCE entstanden.
Die japanische Wikipedia verrät uns, dass diese Fundstätte 2021 zum Weltkulturerbe erklärt wurde, ein Ziel auf das bei unserem Besuch zahlreiche Fahnen und Plakete hingeweisen haben.


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181016 - Herbstmorgen in Akita

Nach dem Besuch bei den Steinkreisen war nicht mehr viel Tageslicht übrig. Wir fahren zurück nach Kazuno und folgen der 341 nach Süden. Is wird schon dunkel, als wir nach einem langen und kurvenreichen Gefälle kurz vor der Shibukurokami-Brücke (渋黒上橋) über den Shibokuro-Fluss ein ruhiges Plätzchen finden. Wir befinden uns in einem tiefen Tal, die umliegenden Berge lassen nur einen Blick steil nach oben an den Sternenhimmel zu.
Die Bärenwarnungen lassen uns nicht ganz unbeeindruckt. Allerdings sind uns keine Übergriffe auf geschlossene Fahrzeuge bekannt, so dass wir doch recht gut einschlafen.
Collage 9694:
Gelbes Schild: クマ出没注意!! 仙北市 - Achtung, starke Bärenaktivität!! Semboku(Stadtverwaltung)
Weißes Schild: 熊 危険!! 入森を禁上します。 秋田森林管理署 仙北市 - Bären Gefahr!! Betreten des Waldes verboten. Akita Forstverwaltung. Semboku(Stadtverwaltung)
Der nächste Morgen begrüßt uns gegen sechs Uhr mit hoher Luftfeuchtigkeit bei herbstlich frischen Temperaturen. Eine heiße Tasse Tee zum Frühstück ist nun genau das Richtige. Danach wird das Auto aufgeräumt und abfahrtbereit gemacht. Der leicht angestrengte Blick aus der warmen Bekleidung (Mütze, Schal, Rollkragenhemd, Hoodie, Hose in den Socken) ist mehr den recht zudringlichen Stechmücken geschuldet.
Nach dem Frühstück machen wir das Fahrzeug schnell abfahrtbereit und fahren um zwanzig nach sechs los. Schon nach wenigen Metern halten wir an der Shibukurokami-Brücke und geniesen den Blick in die herbstlich gefärbten Wälder von Akita.

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Ein paar Kilometer weiter mündet der Shibukuro-Fluss (渋黒川) in den Tama-Fluss (玉川) der nun zum Hōsen-See (宝仙湖) aufgestaut wird. Die 341 folgt auf 14km Länge dem westlichen, rechten Seeufer und möchten nach jeder Kurve anhalten um die grandiose Herbstlandschaft zu bewundern. Nach zwei Dritteln des Weges stellt die schmale Ogami-Brücke (男神橋) eine Verbindung zum linken Ufer her. Hier tront der steile Kegel des Iwanome (岩の目 Felsenauge). Das gelbe Schild warnt vor Absätzen in der Fahrbahn (この先段差あり).


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Am Südende des Stausees folgen wir weiterhin der 341. Kurz vor dem Tazawa-See (田沢湖) treffen auf das morgendlich verschlafene Dörfchen Yatchimura (Bild 1939: 田沢の里 "Gemeinde Tazawa" - 谷地村です "Dies ist Yatchimura"). Ishii-Dorfladen (石井商店) hat um Viertel nach Sieben noch geschlossen, verfügt jedoch über die wohl beste Einrichtung für Camper in Japan - den Getränkeautomaten (自動販売機 Jidouhanbaiki). Dieses Examplar ist passend zum lokalen Klima mit einer Reihe von warmen und zwei Reihen von kalten Getränken bestückt. Unter dem grünen Schild wird noch Bienenhonig im Direktvertrieb angepriesen (ハチミツ 直売所).
In Bild 1941 schaut eine Katze aus dem herbstlichen Acker (Akita - 秋田 - Herbst-Acker) zu uns herüber.


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181016 - Wanderung durch die Dakigaeri-Schlucht


Bild 2050 zeigt eine Übersichtskarte der Dakigaeri-Schlucht (抱返り渓谷 案内図). Das Schild warnt bereits vor einer Wegsperrung bei den Mikaeri-Wasserfällen (回顧の滝). (Aufklappen für Übersetzung)
現在地    		Standort
抱返神社    		Dakigaeri Shintōschrein
神の岩橋    		Götterfelsenbrücke
回顧の滝    		Mikaeri-Wasserfälle
通行止    		Durchgang gesperrt
白岩岳    		Shiraiwadake
百尋の滝    		Hyakuhiro-Wasserfälle
和賀岳    		Wagadake
小影山    		Mt.Kokage
神代ダム    		Jindai-Damm
夏瀬橋    		Natsuze-Brücke
夏瀬ダム    		Natsuze-Damm
至生保内    		Obonai (Ortschaft)
至国道46号線    		Nationalstraße 46
自然を大切にしましょう    	Achtet auf die Natur
秋田県    		Akita Präfektur

Bild 1948 zeigt ein älteres Hinweisschild neben dem Weg. Zur Abwechslung ist hier mal Südwesten oben. Die Ziffern des Erstellungsjahr sind leider nicht mehr vorhanden. Die Legende gibt detailliertere Namen und Erklärungen zu den einzelnen Schutzzonen. (Aufklappen für Übersetzung)
凡例      		Legende
土砂流出防備安林		Erosionsschutz Naturschutzwald
保健保安林    		Hygiene Naturschutzwald
道 路    		Straßen und Wege
河 川 沢    		Fließgewässer
市 町 村 界    		Gemeindegrenzen
現在地    		Standort
Desweiteren werden Verhaltensregeln aufgestellt:
私たちの郷土とくらしを守る保安林を  	Lasst uns auf den Wald der unsere Heimaterde 
 大切にしましょう。    		und ihre Bewohner schützt achten.
この付近一帯の山林は、  		In dieser ganzen Gegend wurde der
 保安林に指定されています。  	Wald als Naturschutzwald ausgewiesen.
次の行為をしようとするときは、  	Bei der Planung der folgenden Tätigkeiten
 秋田森林管理署へ相談してください。  	kontaktieren Sie bitte die Akita Forstverwaltung.
1.立木竹の伐採及び損傷  		Baumfäll- und schneidearbeiten
2.下草 落葉 落枝の採取  		Sammeln von Unterholz, Laub und Ästen
3.樹根 土石の採掘   		Ausgraben von Wurzelstöcken, Erde und Steinen
 その他の土地の形質の変更  		und übrigen Erdarbeiten
Weitere Texte und Namen:
土砂流出防備/保健		Erosionsschutz/Hygiene
保安林    		Naturschutzwald
角館町    		Kakonodate-chō
平成..年..月設置		Ergestellt Heisei Jahr/Monat
大尻高沢  		Großer dicker Hintern Gebirgsbach
玉川     		Tamagawa-Fluss
回顧ノ滝   		Mikaeri-Wasserfälle
大相沢    		Daiaizawa (Sumou-Gebirgsbach)
袙黒沢    		?Akomekurosawa?
エボノ沢   		Ebonosawa
行大沢    		Kōōsawa
高石沢    		Kōishizawa
百尋の滝  		Hyakuhiro-Wasserfälle
神代ダム   		Jindai-Damm
田沢湖町  		Tazawako-Stadt
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Die Wanderung beginnt mit dem Überqueren einer Hängebrücke, der Kami no Iwa Hashi (Götterfelsen Brücke).
(Übersetzung)
神の岩橋            		Kami no Iwahashi
この吊橋は、秋田県では最も古い吊橋で 	Dies ist die älteste Hängebrücke
 大正15年(1926)年に完成しました。 	Akitas, errichtet im Jahre 1926.
抱返り渓谷入口の象徴として、昔からその Als Wahrzeichen am Eingang zur Dakigaeri-Schlucht
美しい姿を碧水の水面に写しています。	spiegelt sie sich seit langer Zeit auf der azurenen 
この神秘な橋の石は、旧神代村と  	Wasseroberfläche.  Der Name dieser mysteriösen Brücke 
旧白岩村から一字づつとって  	entstand aus den Namen der alten Dörfern 神代村(Kamiyomura) 
名付けられたといいます。    	und 白岩村(Shiraiwamura): 神+岩 kami no iwa.
真に神秘の渓谷にふさわしい   	Wohl ein passender Name für eine wahrhaft mysteriöse
名称ともいえましょう。      	Schlucht.


Der Weg führt durch die raue Schlucht. Zahlreiche Schilder warnen vor Steinschlag und Absturzgefahr. Die Schlucht ist Teil des lokalen Wassermanagement- und Versorgungsnetzes.
(Übersetzungen)
Bild 1946:
落石注意            		Achtung Steinschlag
危険ですので        		Weil Gefahr besteht
木柵や欄干に寄り    		bitte nicht an 
かからないでください    		Zaun und Geländer lehnen
秋田県・仙北市    		Akita Präfektur - Semboku(Stadt)

Bild 1980:
抱返頭首工          		Dakigaeri Damm
この施設は、仙北市・大仙市・美郷町 	Diese Einrichtung durchquert die 
を横断する、約31kmの幹線用水路を 	Gemeinden Semboku, Oosen und Misato. 
				Der ca. 31km lange Hauptkanal versorgt 
流れる農業用水の取水源となります。 	die landwirtschaftliche Bewässerung. 
かんがい期には、1秒間に最大12.1トン 	Während der Bewässerungsphasen werden 
の取水を行い、3200ヘクタールの 	für 3200 Hektar pro Sekunde bis zu 
水田利用されています。 		12,1 Tonnen Wasser entnommen.
また、この水は農業取水だけはなく、生活 Neben der Bewässerung dient sie 
取水や地域取水に役立たらています。 	außerdem der Trinkwasserversorgung.
施設管理者  			Betriebsleitung
秋田県田沢疏水土地改良区  		Akita/Tazawa Zone Kanal und ländliche Entwicklung

Bild 1950:
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Bild 2029:
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Bild 1954:
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Die Goza no Ishi sind große Felsen im Fluss, die laut Schild dazu einladen, hier aus Gras geflochtene Matten (Goza) als Nachtlager auszubreiten. Die Formation soll ähnlich einer Stelle im Oberlauf des berühmten Kiso Flusses (木曽川) sein.
(Übersetzungen)
茣蓙の石				Goza no Ishi (Mattenstein)

抱返り渓谷の奇石の一つで、		Eine Anzahl der riesiger
				Steine in der Dakigaeri-Schlucht,
ござ(いぐさを編だ敷物)を数枚程、	auf deren glatter Oberfläche man
敷くことができるほどの巨石で		aus Gras geflochtene Matten zum
上面は平滑になっています。		Schlafen ausbreiten könnte.
この平な部分は、信州木曽川の		Man sagt, dass sie in ihrer flachen Form
上流にある「寝覚の床」によく		an eine Formation im Oberlauf des Kiso-
似ているといわれています。		Flusses auf Shikoku erinnern.


Die Wakasa no Kyuryu Stromschnellen (若狭の急流) haben durch die Flussregulierung einiges an Wildheit eingebüßt. Durch das Gehölz hindurch erhaschen wir ein paar Blicke auf den Fluss, bevor wir unseren Weg fortsetzen.
(Übersetzung)
若狭の急流			Wakasa Stromschnellen
				In alter Zeit war dies eine von 
昔は、抱返り三急流の一つして、	drei Stromschnellen in Dakigaeri.
流れっが激しく水が岩に		Der Klang der um die Steine 
砕け散る音は、			tosenden Wasser war gleich 
勇壮なまでのけものの雄叫びの		dem majestätischen Brüllen 
ように聞こえたといいます。		eines wilden Tieres. Heute, ge-
今は、ダムによって減水しており	zähmt durch den Damm, erinnert es 
"老虎のささやき"とも表現して	Besucher noch noch an das
いる人もいる程であります。		Schnurren eines alten Tigers.

秋田県 角館市    			Akita Präfektur Kakunodate (Stadt)


Auf der Tafel sehen wir zwei Schreibweisen (帝釈/大尺) für die Gottheit Shakra/Indra, jeweils gelesen Taishaku. In dieser Grotte (岩屋 Iwaya/Felsenkammer) soll der junge Daegaeri Taishaku aufgewachsen sein.
Außerdem soll hier ein Oni (鬼) mit dem Namen Taishakubou (Shakra-Mönch) wohnen. In Anbetracht der folgenden Erklärung ist es interassent zu wissen, dass so ein Ungeheuer auch der Geist einer verstorbenen Person sein kann.
(Übersetzung)
帝釈の岩屋			Taishaku no Iwaya
				Der Legende nach wurde in dieser Grotte 
抱返り大尺明神の生まれ		die lokale Gottheit Taishaku geboren 
育った岩屋とも伝えらています。	und aufgezogen.
また帝釈坊という鬼が住んだ		Außerdem wird erzählt, dass hier 
所ともいわれています。		der Oni Taishakubou wohnt. Wenn 
この鬼は村人の葬式になると		die Beisetzung eines Dorfbewohners 
里に現われ悪事を			ansteht, soll dieser Oni im Ort auf-
働らいたといい、			tauchen und Untaten vollbringen. 
この岩屋の附近には、		Außerdem sollen dann in der Nähe 
その時々に葬具を捨てた		der Grotte weggeworfenen Grabbeigaben 
棺座平の岩もあります。		und Grabplatten finden.

秋田県 角館市    			Akita Präfektur Kakunodate (Stadt)


Wenn man sich unsere Bilder um Seiganji so anschaut, kann man der Erklärung auf dem Schild nicht so recht folgen. Entweder ist auch dieser Stelle ein Opfer der der Flussregelierung geworden oder wir haben einfach nicht richtig hingeschaut.
(Übersetzung)
誓願寺				Seiganji (Heiliger Eid Tempel)

抱返り渓谷随一を誇る景勝地です。	Der schönste Ort der Dakigaeri-Schlucht.
ここの両岩の岩壁は迫っていて、	Während das Wasser zwischen den beiden 
水が深い渕に流れる時に出る		Felsenwänden hervorbricht, dann 
抱沫がちょうど寺で香をたく時煙が	erinnern seine Schaumblasen an die 
漂い舞う様に似ていることからの	Weihrauchschwaden in einem Tempel, 
名前があるといわれています。		daher der Name des Ortes.

秋田県 角館市  			Akita Präfektur Kakunodate (Stadt)


Der Weg geht durch einen Tunnel, gefolgt von einer kleinen Brücke.
Wir haben die Mikaeri no Taki, die "Wasserfälle des Zurückschauens" erreicht. Die wunderschöne Atmosphäre leidet ein wenig unter dem armen Mann, der hier mit seinem Laubbläser für Ordnung sorgen soll. War wohl nichts mit den Frauen im Kimono. Direkt an den Fällen übertönen die herabfallenden Wasserfäden jegliche anderen Umgebungsgeräusche, so dass wir die Schönheit der Natur geniesen können.
Aufgrund der schon angekündigten Sperrung können wir der Schlucht leider nicht weiter folgen. Bevor wir uns auf den Rückweg machen, lassen die Umgebung nochmals auf uns wirken, betrachten die Basaltsteine, schauen einer Jorō-gumo beim Mittagessen zu und blicken zum Fluss hinunter.
(Übersetzung)
回顧の滝				Mikaeri no Taki

抱返り渓谷随一を誇る名所として	Vielen Menschen ist diese bekannteste 
多くの人々に親しまれています。	Stelle der Dakigaeri-Schlucht vertraut. 
その人気の一つは四季折々に表情を変え、 Ein Grund ist ihr ständiger Wandel im 
				im Laufe der Jahreszeiten,
正に女性が着物を着替える様を		oft sind hier Frauen in Kimonos zu 
見るようなところと、木々の合間から	sehen und die natürliche Schönheit der  
落下する飛瀑が荘厳と雅麗な姿で	zwischen vielen Bäumen tief hinab-
白い絹布を懸した様にも見えるところ	fallenden weißen Seidenfäden. Ursprung 
など、名の由来からもその美しさを、	des Namens ist ihre Schönheit, für die 
また振り返り見たくなる滝であります。	man über die Schulter blicken möchte, 
				um sie nochmals zu sehen.

秋田県 角館市    			Akita Präfektur Kakunodate (Stadt)


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Offene Themen:
- Hirosaki
- Dakigaeri Schrein
- 成瀬ダム Baustelle Naruse-Damm
- Herbstlaub in Akita
- "Geburtsort" von Natto, Schrein und Burgruine
- Fukishima Michi no Eki
- weitere interessante Schilder mit Übersetzungen
- verschiedene kleinere Episoden


181018 Heimreise

Auch diese ereignisreiche Reise ist nun fast vorbei. Das Auto sieht nach der Reparatur wie neu aus. Allerdings tauchen immer wieder Bruchstücke der geplatzten Scheibe an den unmöglichsten Stellen auf. Zum Abschied schenkt mir der Chef der Autovermietung noch zwei Fläschchen mit leckerem japanischen Whisky.

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