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Japan

Version 2202282046

Ein paar Bilder und Texte zu meiner Japanreise.
Ich war alleine nach Japan aufgebrochen, um Land und Leute kennenzulernen, sowie meine sehr spärlichen Sprachkenntnisse auf die Probe zu stellen. Dieser Reisebericht entstand zunächst während meiner Reise selbst, um die Daheimgebliebenen auf dem aktuellen Stand zu halten. Die Zeit nach meiner Rückkehr war recht hektisch, so dass dieser Reisebericht seit 2017 in recht chaotischer Form online stand. Das sollte den Bildern keinen Abbruch tun.
Insgesamt liegen aber Anfang 2022 immer noch 2500 Bilder auf der Festplatte und warten auf ihre Entwicklung. Ich habe vor die Einträge nach und nach zu ergänzen. Gleichzeitig möchte ich jedoch die Originaleinträge aus historischen Gründen weitgehend erhalten, da diese meine allerersten Eindrücke von Japan wiedergeben. Neue Einträge werden daher zunächst in kursiv vorgenommen.
...

Diese Galerie wird je nach Zeit, Lust und Laune ausgebaut. Bitte einfach bei Gelegenheit mal wieder vorbeischauen.

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Index

170526 Narita
170527 Am Fuße des Fuji-san
170527 Fuji-san
170528 Fuji-shi
170529 Magome - Tsumago
170601 Hirado
170602 Hirado und Ikitsuki
170603 Hirado
170604->170609 Hirado
170609 Tabira Käferpark und Kirche
170609 Nagasaki
170609 Nagasaki-Gotou->Fliegende Fische
170610 Gotou-shima
170610 Leuchtkäfer
170611 Gotou-shima
170611->170612 Nagasaki
170612 Unzen
170613 Aso-san
170614 Shikoku
170615 Fahrt nach Norden
170616-170617 Tsurui-mura
170617 Kiritappu am Abend
170618 Hokkaido - endlose Weiden
170619 Mount Uzu


170526 Narita

Der Landeanflug erfolgt im strömenden Regen. Ich bin kurz am überlegen, ob eine sechswöchige Reise im Camper wirklich eine schlaue Idee war.

Ankunft in Japan.
Ich stehe zunächst etwas verloren am Flughafen herum, weil mein Autovermieter nicht am verabredeten Treffpunkt ist. Nach einiger Zeit bitte ich einen Geschäftsmann, die Kontaktnummer anzurufen. Auf den Hinweis hin, dass hier ein Gaijin-san (wörtliches Zitat!) planlos rumstünde, setzt sich das Räderwerk in Bewegung. Es stellt sich heraus, dass mein Abholer am falschen Terminal steht...
Zehn Minuten später sitze ich endlich im Auto.

Das oben geschriebene "etwas verloren" ist eine starke Untertreibung, geschrieben, um die Daheimgebliebenen nicht zu beunruhigen. Tatsächlich waren das sehr einsame Minuten am Flughafen. Ich war mitten im Kulturschock. Viele Leute sind an mir vorbeigelaufen und ich stand da wie bestellt und nicht abgeholt. Zum Glück hat der von mir direkt angesprochene Geschäftsmann dann den Kontakt hergestellt.
Mein Autovermieter ist tatsächlich ein sehr netter Mensch. Das Prozedere ist so, dass er mich vom Flughafen Narita mit "meinem" Campervan abholt und mich zunächst zu seiner Niederlassung fährt. Auf dem Weg dorthin besprechen wir so interessante Themen wie "maximal 10km/h laut Tacho zu schnell, alles andere wird unangenehm teuer". Im Büro angekommen, füllen wir gemeinsam ein paar Formulare aus, mir wird das Auto erklärt und die Reise kann beginnen.
Fürs erste habe ich kein Interesse an der Metropole Tokyo. Daher nehme ich einen Expressway nach Süden, dem ich von Narita aus durch Tokyo folge. Ich halte zwischenzeitlich nur kurz an einem Konbini (コンビニ, von Convenience Store), um mich mit ein paar Lebensmitteln einzudecken. Alles ist fremd und neu. Bei Yamakita verlasse ich den Expressway E1, um mich nach einem Nachtquartier umzuschauen.



170527 Am Fuße des Fuji-san

Die erste Nacht habe ich an einem kleinen Stausee östlich des Fuji-san verbracht. Es war zunächst etwas neblig. Auf einem kurzen Morgenspaziergang sind mit gleich ein paar Rehe über den Weg gelaufen. Und als nächstes sind auch noch einige Affen aufgetaucht. Es ist wie in einem großen Safaripark.

Was mich genau zu diesem Stausee verschlagen hat, kann ich im Nachhinein nicht mehr sagen. Ich hatte bei meiner Reisevorbereitung auf jeden Fall von den fünf Seen um den Fuji gehört. Der Parkplatz ist, wie so oft in Japan, mit einem Toilettenhäuschen und Getränkeautomaten ausgestattet. Auf einen heißen Kaffee habe ich allerdings zu früh gefreut, alle Sorten sind blau markiert und daher gekühlt.
Am nächsten Morgen bin ich schon um 05:00h munter. Bevor ich mir die Umgebung anschaue, mache ich ein wenig Ordnung in meinem rollenden Eigenheim. Es wird wohl noch ein paar Tage dauern, bis für alles ein guter Platz gefunden ist. Um diese Uhrzeit ist es hier sehr ruhig. Mit der Zeit taucht nur der eine oder andere Angler auf.
Nach dem Frühstück folge ich dem Weg ich zum nah gelegenen Aussichtspunkt. Unterwegs stehen ein paar Rehe im Wald und schauen mich an.
Wieder unten am Parkplatz angekommen, sehe ich eine Bewegung auf der Straße. Dies ist wohl meine erste Begegnung mit einem Blutegel in freier Wildbahn und eine kleine Erinnerung daran, dass die lokale Fauna und Flora unangenehme Überraschungen parat halten könnte.
Ich packe meine sieben Sachen zusammen und fahre los. Nach wenigen Metern traue ich meinen Augen kaum, als eine Affenherde auf einer Brücke vor mir über die Straße läuft. Ich weiß nicht, wie die Tiere auf mich reagieren werden, daher fahre ich zunächst langsam vorbei und mache eine erstes Bild durch die Rückscheibe. Als ich aus dem Auto aussteige, ziehen sich die Makaken ohne große Hektik auf 20-30m Abstand vor mir zurück.

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Wie an anderer Stelle bereits beschrieben, hat Japan eine etwas eigenwillige Art für Höhenangaben von Bergen. Der gesamte Berg ist in zehn Abschnitte, sogenannte Stationen unterteilt. Die fünfte Station liegt dann an der Stelle die theoretisch der halben Zeit entspricht, die man vom Fuße des Berges angefangen für einen kompletten Aufstieg bräuchte. Wer auch immer die Einteilung vorgenommen hat, er muss einen ganz eigenen Laufstil an den Tag gelegt haben. Die Zeiten passen hinten und vorne nicht. Es ist sicher sehr reizvoll den Aufstieg auf Meereshöhe zu beginnen, weil man auf diese Art mehrere Vegetationszonen durchwandern kann.
Ende Mai ist noch deutlich außerhalb der offiziell empfohlenen Jahreszeit, um den Fuji zu besteigen. Es gibt mehrere fünfte Stationen am Fuji. Ich habe mich für die Fujinomiya-Route (富士宮) entschieden. Diese südliche Route verspricht die höchsten Temperaturen. Gleichzeitig ist sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln am schlechtesten zu erreichen, was eine weiter reduzierte Anzahl von Besuchern verspricht.
An der Grenze zur Shizuoka-Präfektur taucht der schneebedeckte Berg das erste Mal vor mir auf.


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170527 Fuji-san

Um zu sehen, wie fit ich bin, bin ich gleich am ersten Tag auf den Fuji-san gestiegen. Wie im Biologielehrbuch beschrieben, wird es ab einer gewissen Höhe schwierig, körperliche Leistung zu bringen. Ab 3000m war es für mich als Schreibtischmenschen schwer, weiter zu laufen. Ein Schneefeld in 3300m hat mich dann dazu gebracht, den Aufstieg zur Spitze in die wärmere Zukunft zu vertagen.
Für den Aufstieg hatte ich die Fujinomijaka-Südroute gewäht. Dank der ausgedehnten Schneefelder gestaltete sich der Abstieg von 3300m nach 2800m zu einer Rodelpartie auf meiner Wanderjacke. In 2300m wartete mein Auto auf mich. Es war Neumond und Freitagabend - der ganze Parkplatz war voll mit Sternguggern.


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Ich bin kurz nach halb neuen am Parkplatz der fünften Station angekommen. Von hier aus habe ich den Weg zum Hoei-Krater genommen, den Ort des letzten Ausbruchs um Jahre 1707. Bild IMG_447 zeigt das Innere des Kraters. In der Mitte des Kraters angekommen, scheinen die verbliebenen 1350 Höhenmeter bis zum Gipfel des Berges, je nach gewählter Perspektive, garnicht mehr so weit.
Am anderen Rand, genannt Hoei Uma-no-se (宝永山馬の背, Pferderücken am Berg Hoei), angekommen, bin ich dem Verbindungsweg zur alten sechsten Station der Gotemba-Route (御殿場ルートの六合目) gefolgt. Ich habe nun die ersten Ausläufer der verbliebenen Schneefelder erreicht.
Die, allesamt geschlossenen, Stationen scheinen auf den Bildern nicht weit außeinanderzuliegen. Im Sitzen und horizontalen Gehen habe ich keine Probleme. Tatsächlich ist die Luft mittlerweile so dünn, dass mich schon wenige Schritte bergan an die Grenzen meiner Leistungsfähigkeit bringen. Um ca. 15:00h beschließe ich den Aufstieg abzubrechen. Ich durchquere, ungefähr der gleichen Höhenlinie folgend, ein Schneefeld in Richtung der achten Station der Fujinomiya-Route (富士宮ルート). Von dort aus laufe ich teils, teils nutze ich meine Wanderjacke als Rutschkissen. In nur etwas mehr als einer Stunde baue ich die ganzen Höhenmeter ab, die ich mir in sechs Stunden erarbeitet habe. Um 17:00h bin wieder am Parkplatz angelangt.
Zum Abendessen gibt es heiße Instant-Nudeln. Das Kochen gestaltet sich beim hiesigen Wind zum Geduldsspiel. Nach dem Essen ziehe ich mich an eine geschütztere Ecke zurück. Hier entstehen die ersten Zeilen dieses Reiseberichtes. Bild 497 zeigt den ersten Upload vom Tablet aus über den mobilen Hotspot zu den Lichtbildreisen.
In der Nacht betrachte ich das Lichtermeer von Fuji-Stadt (富士市).

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170528 Fuji-shi

Den heutigen Tag habe ich in Fuji-City angefangen. Dort kann man den äußeren Fuji-Schrein besuchen. Der innere Schrein befindet sich oben auf dem Gipfel des Fuji-san... Der Fuji-san steckt in den Wolken beim Blick durch den roten Tori.
Danach ging es weiter zu den Shiraito Wasserfällen.
Unterwegs nach Magome habe ich ein paar Reisbauern bei der Arbeit zugeschaut. So eine Reispflanzmaschine ist schon faszinierend.
Die Bergkette auf dem Bild 559 ist der Grund, warum die Fahrt von Fuji-City nach Magome so einen großen Umweg macht.
583 ist die Aussicht von meinem Schlafplatz, hier schreibe ich diese Zeilen. Morgen wandere ich von Magome nach Tsumago, zwei alte Poststädtchen. Diese Wandung wird von der nationalen japanischen Tourismusmusbehörde ausdrücklich empfohlen. Ich muss zugeben, dass mich die Wanderung begeistert hat.
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen ist übrigens 40 oder 50km/h. Entsprechend kurvig sind diese auch angelegt.
Bild 498 zeigt Fuji-City von Station 5 der südlichen Aufstiegsroute. .


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170529 Magome - Tsumago

Das alte japanische Postsystem basierte auf kleinen Poststädtchen, die über eigens gebaute Straßen miteinander verbunden waren. Eine dieser Routen ist der Nakasendo, der Weg mitten durch die Berge. Der teil zwischen Magome und Tsumago in der Gifu Präfektur ist gut erhalten.
Ich habe mich um 05:00h auf den Weg gemacht und bin die knapp zehn Kilometer gelaufen. Die beiden Orte liegen auf 600m und 400m. Auf halber Strecke liegt ein Pass auf 800m. Im Wald war es sehr friedlich. Alle paar hundert Meter gibt es Bärenglocken zum Läuten. Die Theorie dahinter ist, dass der Bär auch keine Leute treffen will und sich daher rechtzeitig verziehen kann.
Die Wanderkarte ist (c) Japan National Tourist Organization.


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170530 Mikobata Erzbergwerk

Auf dem Weg nach Süden sind mir die UFO-artigen Bauten des Mikobata Erzbergwerks aufgefallen.
Die Anlage aus den 1870er-Jahren erinnert an die Kulisse aus einem Film über Aliens, die auf eine südamerikanische Kultur getroffen sind.



170529 Hiroshima

Auf dem Weg nach Süden bin ich am Abend ins Zentrum von Hiroshima gefahren. Der Anblick des bekannten A-Doms haben mich tief betroffen gemacht.



Ein Blick in mein Photo-Archiv förderte zwei Bilder der 'Enola Gay' zu Tage - aufgenommen im Washington National Air and Space Museum, am Tag der Tsunami- und Nuklearkatastrophe von Fukushima. (Photos A. Luder)


170601 Hirado

In Hirado gibt es die Franz Xaver Gedächtniskirche. Der Besitzer des Devotionalienladens ist Kawahara-san. Seit meiner Ankunft habe ich mich hier eingenistet. Wir sprechen ein bisschen Japanisch miteinander.



Kawahara-san lässt mich auch an den Bentos teilhaben, die ihm seine Frau auf die Arbeit mitgibt. Die Kawaharas betreiben diesen Laden seit über 40 Jahren.

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170602 Hirado und Ikitsuki

Hirado hat eine noch kleinere Nachbarinsel, Ikitsuki. Diese bietet eine geologische Besonderheit, die aus der Rhöhn und Nordirland bekannt ist: Basaltsäulen.
An den Basaltsäulen ist ein Parkplatz, von dem aus man auf einem 4 Kilometer langen Wanderweg zum Leuchtturm an der Nordspitze der Insel laufen kann.

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170603 Hirado

Den heutigen Tag habe ich wieder die meiste Zeit in Kawahara-sans Laden verbracht. Zwischendurch habe ich mich mit einer Sportlehrerin und Ihren Schülern unterhalten. Die Themen sind meist Deutschland oder Bilder von verschiedenen Orten und Tieren.
Hirado hat eine Burg, die aus meiner Sicht auf jeden Fall mit Hikone mithalten kann. Für einen Bruchteil des Eintrittspreises bekommt man hier viele schöne An- und Aussichten geboten.

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170604->170609 Hirado

Da ich keinen festen Zeitplan habe, habe ich die letzten paar Tage mit den netten neuen Bekannten aus Hirado verbracht.

Egal wo - überall gibt es tolle, meist sehr saubere, Restrooms. Vielleicht sollte ich einen eigenen Eintrag für die wichtigen Dinge im Leben starten. Z.B. Klos mit beheizten Brillen und einstellbarer Unterbodenwäsche - mitten in der Natur.

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170609 Tabira Käferpark und Kirche

In Tabira, das ist direkt an der Festlandküste neben Hirado, gibt es einen Käferpark, den ich besichtigt habe. Für einen kleinen Obolus bekommt man hier eine persönliche Führung durch das Gartengelände. Eine ideale Gelegentheit, um endlich ein paar Pflanzen- und Tiernamen zu lernen.
Nach der Tour schauen wir uns gemeinsam noch ein paar meiner Tierbilder an.
Gottesanbeterin, Raupe, Schlange, Libelle, Teichmolch, ... Die Bilder sind allesamt mit der EF-S 18..135mm Linse aufgenommen - kein Vergleich zu der 100mm Profi-Macrolinse, die ich ein paar Tage später einsetzen durfte.
Wenn man die dicke grüne Raupe ärgert, dann setzt sie sich eine furchterregende Maske auf. ;)
Grinsen musste ich, als das Handy von dem Mann im Teich klingelte. Es war die Rezeption, die meinem Begleiter mitteilen wollte, dass ein zweiter Gast die Führung mitmachen wollte.

Von der nebenan liegenden Tabira-Kyou-Kai konnte ich Hirado-Dai-Hashi und Shiratake sehen.

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170609 Nagasaki

Im Hafen von Nagasaki war während der Zeit der Isolation Japans eine niederländsiche Niederlassung auf der künstlichen Insel Dejima. Der Würzburger Arzt Siebold wirkte hier viele Jahre und brachte den Japanern die westliche Heilkunde näher.

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170609 Nagasaki-Gotou->Fliegende Fische

Eine lokale Spezialität sind fliegende Fische - japanisch 'Ago'. Von der Fähre aus habe ich mit der kleinen EF-S 18-135mm ein paar Schnappschüsse gemacht.

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170610 Gotou-shima

Ooopps, ich habe tatsächlich seit einer Woche nichts mehr geschrieben. Mittlerweile bin ich auf Gotou-shima angelangt. Die südlichste Insel des Goto-Archipels ist aus dem Anime 'Barakamon' bekannt. Die Insel liegt ist 90km westlich von Nagasaki und ist wunderschön. Ein neuer Bekannter zeigt mir derzeit seine Heimat, komplett mit Tier- und Pflanzenwelt.

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170610 Leuchtkäfer

Im Moment ist ja auch in Deutschland Glühwürmchenzeit. Hier auf Gotou ist es gerade feucht und warm, so dass die lokalen Luciferinflieger voll in Aktion sind. Wir sind zu zweit nachts im Regen losgezogen und haben mal geschaut, was uns so vor die Linse kommt. Die folgenden Bilder sind 30s Langzeitbelichtungen. Die Strichmuster entstehen, weil diese Tierchen im Flug blinken.
Die Bilder sind mit einer geliehenen Sigma 15mm 2.8 Festbrennweite gemacht, da meine Canon 25mm 1.8 in Nagasaki liegt.

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Das Schloss von Fukue ist mittlerweile - wie Burg Schreckenstein - die lokale High School.


Die netten Mädels von der Information am Fährhafen freuen sich so sehr, dass ich Barakamon-Fan bin, so dass sie mir ein Originalposter schenken.

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170611 Gotou-shima

Am ersten Morgen habe ich bei Sonnenaufgang einen japanischen Photografen kennengelernt. Wir waren uns auf Anhieb sympathisch, so dass ich den nächsten Tag mit ihm und seiner Familie verbracht habe.
Da meine besten Linsen aus Gewichtsgründen im Campervan am Hafen von Nagasaki lagen, durfte ich mich aus seiner exzellenten Linsensammlung bedienen. Die Vogelbilder sind mit einer 400mm Festbrennweite L-Linse aufgenommen. Die Nahaufnahmen entstanden mit Hilfe einer EF 100 1:2.8 L IS USM Canon-Macro-Linse. (Anmerkung: diese Linse befindet sich mittlerweile auch in meiner Ausstattung...)
Da ich heute Gast bin, genieße ich es, nicht fahren zu müssen. Daher kann ich auch ein paar Schnappschüsse vom linken Sitz machen.
Der große Bockkäfer wird auf Japanisch "kamikirimushi", "Haarschneiderkäfer" genannt. Geschrieben wird der Name allerdings 天牛, mit den Zeichen für "Himmel" und "Kuh". Vor den beeindruckenden Kieferzangen haben nicht nur die Japaner Respekt.
Anmerkung: Die Gottesanbeterin wird auf Japanisch "kamakiri", "Sichelschneider" genannt.

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170611->170612 Nagasaki

Und schon sitze ich in der Jet-Ferry, die mich mit 80km/h auf Tragflächen zurück nach Nagasaki bringt. Auf der Fähre sitzen hinter mir zwei Schwestern, die ursprünglich aus der Barakamon-Stadt Tomie stammen, aber mittlerweile beide mit ihren Familien aus beruflichen Gründen in Nagasaki wohnen.
Als wir in den Hafen einlaufen, liegt die 'Dejima' der japanischen Küstenwache vor der gleichnamigen künstlichen Insel, die zu Zeiten der Isolation die niederländische Handelsstation beherbergt hat. Eben jene Insel auf der auch Siebold während seines ersten Japanaufenthalts gewirkt hat.
Da das Siebold-Museum montags geschlossen hat, weichen meine Begleiterinnen und ich ins Kulturmuseum aus. Dort befindet sich gerade eine Ghibli-Sonderausstellung. Wer Studio Ghibli nicht kennen sollte - die vielfach preisgekrönten Filme sind oft keine leichte Kost, aber durch die Bank sehenswert. Mein Lieblingsfilm ist die frei erzählte Biographie des Konstrukteurs der Mitsubishi Zero - "When the Wind rises".

Neben der Ghibli-Ausstellung bietet das Museum auch noch einen Einblick in die Vergangenheit der Stadt - aus der Sicht der Japaner. Siebold habe ich erst gar nicht erkannt...

Nach soviel Kultur hatten wir uns unser Tempura redlich verdient.

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170612 Unzen

östlich von Nagasaki bildet das Unzen-Vulkanmassiv eine Insel. Das beste am Campervan ist, dass man sich die Aussicht vom Schlafzimmer aussuchen kann. Mit Hilfe meines 'englischsprachigen' Car-Navi habe ich mir ein Nachtquartier in 1300m Höhe gesucht. Fun Fact - der runde Knubbel auf dem Berg, den ich für ein Observatorium gehalten habe, ist in Wirklichkeit eine kleine Rauchwolke. Ich bin gespannt, ob ich heute Nacht ruhig schlafen kann.
Die Nacht war sehr ruhig. Aufgewacht bin so um 0515 vom Summen der Bienen und Zwitschern der Vögel, die ich durch die geschlossenen Autofenster höre. Das kommt davon, wenn man im Busch parkt.

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170613 Aso-san

Weiter geht es den Osthang des Unzen-Massivs runter zum Fährhafen nach Zentral-Kyushu. Preislich geben sich Maut und Fährticket nichts, allerdings erspare ich mir 300km gegurke auf japanischen Straßen.
Die Aso-Gruppe im nördlichen Zentrum Kyushus bildet den größten Vulkankrater der Welt - 128km Durchmesser. Die schiere Größe macht es schwer zu glauben, dass die steilen Felswände zu einem Vulkan gehören.
Mit drei Stunden Verspätung, dank mehrerer Straßensperren und Umwege, komme ich schließlich am aktiven Schlot des Aso-Massivs an. Leider ist der Zugang mal wieder gesperrt - der Vulkan spuckt gerade mal wieder giftiges Zeugs um sich.

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170614 Shikoku

Weiter geht es den Osthang des Aso-Massivs runter zum Fährhafen nach Shikoku. Die Fahrt über Shikoku ist von Zentral-Kyushu aus die kürzeste Strecke nach Norden. Ich durchquere die Insel an einem Tag. Im Gebiet rund um das 'Seto-Binnenmeer' zeigt die unglaubliche Bevölkerungsdichte in den flachen Küstenregionen.


Das Tälerlabyrinth rund um das Iwa-Tal ist wunderschön - leider auch touristisch erstklassisch erschlossen.

Per Monsterbrücke geht es hinein ins Gewühl von Kobe, Osaka, Kyoto, etc.... Wahrscheinlich schaffen es nicht viele Leute in Kyoto zu tanken und ein Eis zu kaufen - und danach sofort weiterzufahren. Ich vermisse die Ruhe von Goto und Hirado jetzt schon sehr.

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170615 Fahrt nach Norden

Die letzten Tage waren mit viel Fahrerei verbunden. Nicht nur, dass es von Nagasaki bis Kushiro über 2000km sind, erschwert wird die ganze Angelegenheit durch das japanische Straßennetz. Die meisten Japaner die ich fragte waren der Meinung, dass auf Landstraßen maximal 60km/h erlaubt sind. Diese irrwitzige Geschwindigkeit wird jedoch meist auf sichere 40..50km/h beschränkt. Das auf Landstraßen...
Ich habe daher meist 25Yen/km an Maut abgedrückt, um auf diese Weise die Express-Highways benutzen zu dürfen. 'Express' heißt alles zwischen 70 und 100km/h. Meist 80km/h.
Das Durchheizen hat sich insofern gelohnt, dass ich pünktlich zur 18:05h Fähre in Aomori eintreffe. Auf der Fähre treffe ich einige nette Leute, so dass die Fahrt bis zur Ankunft in Hakodate um 21:30h nicht langweilig wird.
Auf der Fähre werde ich daran erinnert, dass ich für hiesige Verhältnisse recht groß bin.

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170616-170617 Tsurui-mura

Sozusagen als Platzhalter ein paar Bilder aus dem Kranichdorf.
Bei den zwei Kranichpaaren bin ich mehrere Stunden gestanden. Nach ca. 30min ist das eine Pärchen auf mich zugelaufen. Ich bin dann neben dem Auto gekniet und habe auf ca. 8m die Portraits gemacht. Die Stelzer sind durchschnittlich 160cm groß - das dürfte über der Durchschnittsgröße der Japaner liegen. Da bekommt man auf die kurze Distanz bei 640mm Kleinbildbrennweite nur noch den Kopf ins Bild. Wieder mal ein schönes Beispiel, dass Tierbilder, neben Glück, auch viel Ruhe erfordern.


170617 Kiritappu am Abend

Gegen Abend komme ich auf der Kiritappu-Halbinsel an. Das herrliche Wetter ließ nicht erahnen, dass am nächsten Tag hier nur dichter Nebel herrschen würde.
Die blaue Iris, die schon in Tsurui aufgefallen war, wächst auch hier.
Die wunderschöne Landschaft erinnert stark an Irland, Schottland, Neuseeland, ...


170618 Hokkaido - endlose Weiden

Wie sagte die Tage jemand zu mir? - Hokkaido errinnert stark an Westkanada. Dem kann ich nur beipflichten. Die 650km von Hakodate nach Kushiro ziehen sich ziemlich in die Länge. Zwar ist auch diese Insel sehr gebirgig, jedoch ist ein großer Teil für Ackerbau und Viehzucht erschlossen.
Im Juni lassen nur die zahlreichen Zusatzeinrichtungen an den Straßen die Schneeverhältnisse im Winter erahnen. Die Straßen sind mit Feuerlilien und Rehen gesäumt.



170619 Mount Uzu

Auf dem Rückweg nach Hakodate habe ich einen Abstecher auf den Uzu-san gemacht. So bin ich schließlich doch nochmal an einen aktiven Vulkankrater rangekommen. Der Berg ist touristisch sauber erschlossen, so dass der interessierte Wanderer mittels einer Seilbahn in wenigen Minuten den Kraterrand erreicht. Man kann wahleise auch auf einem Wanderpfad zum Fuße des Berges zurückkehren. Diese Tour ist natürlich mit einigen Höhenmetern verbunden. Auf dem Rückweg kam mir spontan ein Titel von Led Zeppelin in den Sinn.
Die Aussicht ist fantastisch. Ein Regenschauer über der Küste ist ein interessanter Anblick.


Auch hier gab es allerlei Krabbelgetier zu beobachten. Z.B. ein Hirschkäferweibchen.