Japan im Herbst 2018

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Ein paar Bilder und Texte zur Japanreise im Herbst 2018. Die folgenden Einträge wurden erst im Frühjahr 2020 zusammengetragen. Bedingt durch den recht chaotischen Reiseablauf war während der Tour wenig Muse zum Schreiben vorhanden. Außerdem starteten direkt nach der Rückkehr zwei große Kundenprojekte, die bis in den kommenden Mai alle vorhandene Zeit aufbrauchen sollten.
route1809.jpg Die ursprünglich geplante Reiseroute war zuerst von Tokyo/Narita nach Aomori/Hirosaki. Anschließend Reise bis Osaka/Sakai um Freunde zu besuchen. Danach gemütliche Rückkehr nach Tokyo, mit Abstechern in Magome und am Fuji.
Bei der Übergabe des Fahrzeugs wurde klar, dass ein großer Taifun über das Land ziehen sollte. Eigentlich sind Taifune Ende September selten. Der lange warme Sommer hatte aber soviel Energie in Nordhalbkugel gepackt, dass gleich mehrere Taifune im Anmarsch oder im Entstehen waren.
Die Reise ging daher von Narita aus zunächst nach Nikko. Dann zurück in Richtung Autovermietung nach Narita mit Übernachtung im Hotel. Nachdem der Taifun dann schließlich durchgezogen war, war die Zeit bis zum nächsten Termin in Sakai zu kurz für einen Ausflug nach Aomori geworden. Daher ging die Reise zum Fuji. Auf dem Weg vom Fuji nach Magome wurde dann ein Stein ins Fahrerfenster geschleudert, was einen mehrtägigen Werkstattaufenthalt des Fahrzeugs bedingte.
Nach dem Besuch in Sakai war dann doch noch genug Zeit für einen kurzen Abstecher nach Aomori. Die wunderschöne Herbstlandschaft des nördlichen Honshu und der Blick vom Iwaki entschädigte dann ein wenig für die Missgeschicke auf dieser Reise. Die Karte zeigt die tatsächlich gefahrene Reiseroute.
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Diese Galerie wird je nach Zeit, Lust und Laune ausgebaut. Bitte einfach bei Gelegenheit mal wieder vorbeischauen. Da ein paar meiner Leser Japanisch lernen, habe ich einige Bilder nur wegen der Kanji hier eingestellt. Viel Spass beim Knobeln!
Ich erzähle im Folgenden auch Geschichten ohne Bilder. Obwohl ich die Kamera fast immer am Mann habe, lasse ich sie beim Kontakt mit Menschen meist am Rücken hängen. Dies ist in meinen Augen ein kleiner Preis für die vielen netten Begegnungen und ungezwungenen Gespräche.

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Index

180927 - NRT
180928 - Nikkō
180930 - Narita Taifun
181001 - Auf dem Weg zum Fuji
181002 - Um den Fuji herum
181004 - Osaka/Sakai
181009 - Magome
181011 - Kamo Aquarium / Tsuruoka
181012 - 181014 - Hirosaki
181014 - Iwaki San
181015 - Tawako See / Oirase Schlucht
181015 - 181016 - Tazawa
181017 - Fukushima
181018 - Heimreise


180927 NRT

Die Ankunft in Narita verläuft deutlich entspannter als beim ersten Besuch. Insgesamt ist das alles nicht mehr ganz so fremd. Der nette Herr von der Autovermietung kommt auch dieses Mal zum Flughafen. Nach kurzer Zeit sind die Formalitäten erledigt. Der heranziehende Taifun erfordert jedoch eine Umplanung des Reiseablaufs. Es fällt die Entscheidung, die Nacht vom 30.09. im Hotel in Nariat zu verbringen und das Auto bei der Autovermietung unterzustellen.
Zunächst geht es nun durch die schier endlosen Randgebiete des Ballungsraumes Tokyo in Richtung Nikkō.
In einem Konbini werden die ersten Einkäufe getätigt. Bei der anschließenden Kaffeepause auf dem Parkplatz vor dem Laden fällt ein Absperrgitter mit Ranken auf. Hier sitzt eine handgroßer japanischer Eichenseidenspinner. Das gezeigte Exemplar könnte sogar größer sein, als die bei Wikipedia angegebenen 152 Millimeter. Interessanterweise haben alle Japaner auf meine Begeisterung für das Rieseninsekt mit Unverständnis reagiert, mehrere Stimmen erklärten gar, das Tier sei gefährlich und/oder giftig.
Etwas links oberhalb des Falters sitzt ein kleiner Frosch auf dem linken Pfosten und blickt nach rechts. Er beobachtet wahrscheinlich die Gottesanbeterin, die oben, etwa in der Mitte des Gitters inmitten der Ranken gerade dabei ist ihre Beute zu verspeisen.
Diese kleine Episode gibt einen vielversprechenden ersten Eindruck in die spätsommerliche Artenvielfalt.

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180927 - 180929 - Nikkō

Auf dem Weg zu den Kegon-Fällen spaltet sich die Straße #120 in zwei Serpinenabschnitte auf. Die nördlichen Route führt über den Irohazaka zu einem Aussichtspunkt. In jeder Kehre steht eine More des Iroha-Gedichts. Am Aussichtspunkt lässt sich schon erahnen, wie es an diesem staatlich verordneten Massentourismusort aussehen wird. Von der Hauptstraße her gibt es einen Blick auf die Boote, mit denen man auf dem Stausee spazierenfahren könnte. Die Entscheidung fällt aber schnell zugunsten eines Campingplatzes außerhalb des Ortes, tiefer im Nikkō Nationalpark. Beim verspäteten Mittagessen im Murunama Kogen Skiresort zeigt sich mal wieder, dass man die Speisekarte sehr genau lesen muss. Sonst hat man schnell wieder das Menü mit den kalte Soba erwischt. Draußen auf dem Geländer sitzt ein altes grünes Heupferd in der Sonne.
Am nächsten Morgen zeigt sich der Frühherbst von seiner sonnigen Seite. Man mag es kaum glauben, dass von Süden her ein gewaltiger Taifun heranzieht.
Kurz nach dem Frühstück gibt es noch eine nette, typisch japanische Überraschung. Das ungefähr gleichaltrige Pärchen im nachbarlichen Wohnmobil macht sich Sorgen um das leibliche Wohl des Besuchs aus dem fernen Westen. Alle Beteuerungen, dass man selber gerade ausgiebig gefrühstückt habe, hilft nichts. Es gibt ein paar, in der Küche des Wohnmobils zubereitete Kleinigkeiten. Nachdem so der erste Kontakt hergestellt wurde, können beide Seiten ihre Englisch- bzw. Japankenntnisse am lebenden Objekt ausprobieren.
Nach dem Frühstück geht es nun aber schnell zurück in Richtung Narita. Die ersten Vorboten des heranziehenden Taifuns lassen das Wetter von Minute zu Minute trüber aussehen, zwischenzeitlich fällt schon gelegentlich etwas Regen.

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180930 - Narita Taifun

Ende September sind Taifune in Japan eher selten. Der lange warme Sommer hatte aber soviel Energie in Nordhalbkugel gepackt, dass gleich mehrere Taifune im Anmarsch oder im Entstehen waren. Anfang September hatte der Taifun Jebi im Großraum Osaka zur schweren Verwüstungen geführt. Laut Pressberichten handelte es sich um das schwerste tropische Unwetter seit 25 Jahren. Windgeschwindigkeiten bis 216km/h forderten mehrere Todesopfer und hunderte Verletzte. Die Brücke zum Kansai Airport wurde durch einen vom Sturm getriebenen Tanker schwer beschädigt, der Flughafen selbst war zeitweise überschwemmt.
Als uns vor Ort der Autovermieter auf einen herannahenden Taifun aufmerksam macht, wissen wir, dass wir dieses Thema nicht auf die leichte Schulter nehmen können. Alle paar Stunden rufen wir den aktuellen Wetterbericht der Japan Meteorological Agency ab. Die Ausdehnung des heranziehende Taifuns ist so groß, dass er die komplette Breite der japanischen Hauptinseln überstreicht. Die folgenden Bilder zeigen Screenshots unseres PCs. Am Morgen des 30.09.2018 werden für den Taifun #24 Trami Böengeschwindigkeiten von 216km/h vorhergesagt, während der darauffolgende Taifun #25 Kong-rey 243km/h Böengeschwindigkeit über den offenen Meer erreicht.
Die Fahrt von Nikkō zurück nach Narita ist geprägt von ungewöhnlich leeren Straßen. Angesichts der Unwetterwarnung ziehen sich die Leute in ihre Häuser zurück und verlassen nur wenn es unbedingt notwendig ist das Haus.
Auf dem Hof der Autovermietung ist kein Platz mehr, weil so ziemlich die komplette Flotte hier versammelt ist. Viele Campertouristen haben spontan ihre Reisen verkürzt oder storniert. In Absprache mit der Autovermietung wird das Fahrzeug mitten auf dem Hotelparkplatz abgestellt.
Der Schreiber dieser Zeilen hat aufgrund der hohen Windgeschwindigkeiten erwartet, dass der Taifun in kurzer Zeit vorbeiziehen würde. Tatsächlich dauert das Unwetter fast die ganze Nacht an, was zu schlaflosen Stunden führt. Immer wieder zieht es den Blick aus dem Hotelfenster im elften Stock. Direkt vor Ort selbst Zeuge eines Taifuns zu sein ist ein beeindruckendes Erlebnis.
Am Vorabend waren wir noch mit einem Kellner ins Gespräch gekommen. Ursprünglich aus Schottland stammend, hatte er in Tokyo ein eigenes Restaurant betrieben. Dieses hat er irgendwann zugunsten seines Ruhestandes aufgegeben und verdient sich nun nebenbei noch ein wenig Geld als Kellner hinzu. Das heraufziehende Unwetter löst wohl unangenehme Erinnerungen aus. Plötzlich fängt er an, von seinen Erlebnissen als Helfer nach der Katastrophe von Fukushima zu erzählen. Wahrlich keine Geschichten die man beim Essen hören will. Aber ein weiterer Blick hinter die Kulissen dessen, was man in den Medien bisher gesehen hat.

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181001 - Auf dem Weg zum Fuji

Am Morgen des ersten Oktobers ist der Himmel über Narita blau. Die wenigen verbliebenden Wolkenschleier lassen vom Unwetter der Nacht nichts mehr erahnen. Erst unterwegs auf den Straßen sieht man immer wieder Spuren der Verwüstung.
Heute soll es in Richtung Fuji weitergehen. Dazu gilt es das komplette Ballungsgebiet Tokyo von Ost nach West zu durchqueren. Als Route wurde die mitten durch die Tokyo-Bucht laufende Tokyo Bay Aqua-Line gewählt. Von Südosten her führt zunächst eine Brücke zur künstlichen Insel Umi-hotaru. Diese Insel ist sowohl der Einstiegspunkt in den fast zehn Kilometer langen, unter dem Meeresgrund verlaufenden Tunnel, als auch ein Ausflugsziel mit mehrstöckigem Vergnügungszentrum.
Das komplette Wegesystem in und um Umi-hotaru erinnert an eine verspielte Autorennbahn (mit Höchstgeschwindigkeit 50km/h). Bei der Anfahrt hat man die Wahl von der Brücke kommend direkt unter der Insel hindurch in den Tunnel in Richtung Yokohama einzufahren. Man kann aber auch nach links und über ein Rampensystem auf eines der zwei Parkdecks fahren. Die oberen beiden Geschosse sind wie eine typische japanische Mall aufgezogen, der Stil ist Boot und Meer. Ein beliebtes Souvenir scheint ein Modell der Tunnelröhre zu sein.
Viel interessanter sind die Aussendecks, auf denen heute ein kräftiger Wind weht. Blickt man von hier aus in Richtung der Tunnel nach Nordwesten, so kann man den Kaze no Tō sehen, welcher zur Frischluftversorgung der Tunnel dient. Schwenkt der Blick etwas mehr gen Westen, so kann man den Fuji im Dunst erkennen. Der Blick auf das Navi zeigt die Entfernungsverhältnisse. Der Blick in Richtung Südosten offenbart den ganzen Charme der Autorennbahn. Dieses ausgeklügelete System an Rampen, Einfahrten, Abfahrten, Wendeschleifen und Durchgangsstraßen ermöglicht es dem Besucher seinen optimalen Weg zu finden. Im Bild #0196 führte unser Weg heute zunächst rechts der Mitte auf den Betrachter zu, dann abbiegen, auf der äußeren Bahn ins Parkdeck. Von dort hinter dem Rücken des Betrachters vorbei, von links außen ins Bild kommend, der Wendeschleife folgend, links mittig einfädeln und ab durch die Mitte, will meinen, in den Tunnel. Bild #0208 zeigt genau die Phase des Einfädelns nach der Kehre, kurz vor dem Einfahren in den Tunnel. Alles ganz einfach, vielleicht ist der Linksverkehr ein wenig ungewohnt für den Betrachter. Das letzte Bild zeigt einen Blick auf den Arbeitsplatz des Fahrers, während es die Hafenfront von Yokohama entlang geht.

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181002 - Um den Fuji herum

Schon während der Fahrt durch das Ballungsgebiet Tokyo/Yokohama kann man immer wieder Blicke auf den Fuji erhaschen. Der Berg dominiert das ihn umgebende Umland, indem er sich ausgehend von wenigen Metern über dem Meeresspiegel bis auf imposante 3776m erhebt.
Der heutige Plan ist eine Fahrt bis zur 2400m hoch gelegenen 5. Fujinomiya Station. Auf der Fahrt durch den am Fuße des Berges liegenden waldigen Nationalpark, werden wir Zeugen der Aufräumarbeiten nach dem Taifun. Manche Straßen sind noch gesperrt, andere werden gerade bei unserer Ankunft wieder freigegeben. An einer noch gesperrten Stelle ergibt ein kurzes Gespräch mit einem Arbeiter, dass wir die Straße zur 5. Station doch schon benutzen dürfen. Auf den Straßen verstreut liegen Pflanzenteile die wirken, als ob sie frisch aus dem Häcksler kämen. Auf Bild #0251 kann man die Lage der 5. Station am oberen Ende der Vegetationszone erkennen. Rechts der Station windet sich die Ameisenstraße für Bergsteiger in der immer dünner werdenden Luft der umgebenden Marslandschaft zum Gipfel. Unterhalb des rechten Gipfelrandes erscheint als kleiner Punkt die 8. Station, bei ein erster Aufstiegsversuch Ende Mai 2017 aufgrund von Schnee endete. Am linken Gipfelrand kann man eine obere Station erkennen.
Angekommen bei der 5.Station demonstriert eine mitgebrachte Chipstüte recht eindrucksvoll, dass hier der Luftdruck bereits auf weniger als dreiviertel seines Wertes auf Meereshöhe abgesunken ist. Bis zum Gipfel wird er auf ungefähr 62% abgesunken sein.
Hier oben ist es böig, das Auto wackelt selbst in einer windgeschützten Parkbucht. Daher entscheiden wir uns zum Rückzug. Die Fahrt geht wieder den Berg hinunter, direkt zum ersten Schlafplatz der ersten Japanreise in 2017, ein Parkplatz am Tanzawa Stausee.

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Am nächsten Morgen lassen die frühen Sonnenstrahlen den Fuji erglühen, während der Parkplatz noch im Schatten liegt. Bild #0287 zeigt eine Warntafel, bei der man sich fragt, welche Clientel hier erwartet wird. Die Kanji tragen Furigana Lesehilfen und die Aufschrift übersetzt sich zu "Weil es gefährlich ist, bitte Vorsicht."
Ein morgentlicher Ausflug um den See und nach Yamakita zeigt viele Spuren des durchgezogenen Unwetters. Die Plakette in Bild #0335 weißt auf Gefahren für Menschen hin, die Ihre Schädeldecke etwas höher tragen.
Als nächstes geht es weiter durch das berühmte 5-Seen-Gebiet im Norden des Fuji. Bild #0366 zeigt einen Blick über den Saiko-See. Das nächste Bild gibt den Blick über den Mototsu-See wieder, eine Szene welche die Rückseite der aktuellen ¥1000- Note ziert.

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Für die nächsten Tage sind ausgedehnte Wanderungen in der Umgebung von Magome in der Gifu Präfektur geplant. Zum Abschluss des Tages steht eigentlich ein Besuch in einem Onsen-Hotel an. Auf der Fahrt dorthin warten wir mit unserem Auto an einer Baustellenampel, als ein entgegenkommender LKW einen faustgroßen Stein gegen die, zum Glück, geschlossen Scheibe der Fahrertür schleudert. Das Sicherheitsglas zerplatzt in tausende kleine Scherben. Angekommen im Hotel gilt es erstmal das weitere Vorgehen zu planen. Um ein Unfallprotokoll für die Autovermietung zu erhalten, rufen wir zunächst bei der Polizei an. Nachdem die ersten Formalitäten geklärt sind, schauen der Polizist und der Hotelmanager das Auto an. Gemeinsam kleben wir die Fensteröffnung zu, um das Innere zumindest etwas vor den Elementen zu schützen. Nachdem alles erledigt ist, verteilen wir ein paar Mitbringsel aus Deutschland. Der Polizist freut sich augenscheinlich sehr über eine Flasche Bier aus Deutschland. Nun gilt es mit Hilfe der Autovermietung einen Reperaturplan zu erstellen. Der Wetterbericht hat für den übernächsten Tag Regen gemeldet, so dass wir einen Tag Zeit haben, eine Werkstatt anzufahren. Es stellt sich heraus, dass es wegen der vorausgegangenen Unwetter im Moment schwer ist, an Ersatzteile zu kommen. Egal welche Werkstatt wir anfragen, die Ersatzscheibe kommt nicht aus dem nahe gelegenen Toyota Stammwerk in Nagoya, sondern aus einem Lager in Tokyo. Dadurch ergeben weitere, nicht exakt planbare Verzögerung bei der Reparatur. Um nicht auf unbestimmte Zeit ohne Fahrzeug festzusitzen und weil wir eine Verabredung in Osaka haben, entscheiden wir uns dafür, die knapp 250km lange Fahrt zur Zweigniederlassung der Autovermietung in Osaka zu wagen. Der Wetterbericht behält recht, es ist ein schöner, sonniger Tag und die Fahrt verläuft ohne weitere Zwischenfälle, wenn auch wir manchen Verkehrsteilnehmer mit ganz neuer Augen wahrnehmen.

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181004 - 181008 - Osaka/Sakai

Großstädte jeder Art sind eigentlich nicht so unser Ding. Aber wir versuchen das beste aus dem Zwangsaufenthalt in Osaka zu machen.
Der zoologische Garten in Tennōji kommt da gerade recht. Besonders schön ist das mit Netzen überspannte große Gehege für Wasservögel. Hier lassen sich viele einheimische Vögel aus nächster Nähe ablichten, die man sonst auf Distanz in Reisfeldern sieht.
Nachdem wir den Zoo verlassen haben, werden wir daran erinnert, welche Jahreszeit es ist - hier wird gerade Oktoberfest gefeiert.
Vom Hotelzimmer aus kann man den Hügel des Daisenryo Kofun sehen, über dessen Bäumen immer wieder große Vogelschwärme kreisen. Bisher hatten wir dieses Schlüssellochgrab nur von der Aussichtsterrasse des Rathauses von Sakai her gesehen. Die Kofun gehören der kaiserlichen Familie und dürfen von Normalbürgern nicht ohne weiteres betreten werden. Daher sind diese Anlagen ideale Rückzugsgebiete für Tiere. Am Zaun des großen Kofun haben wir eine Stelle gefunden, an der regelmäßig Tanuki warten, in der Hoffnung dass doch ein Besucher verbotenerweise etwas Futter dabei hat.
In einem Teich des Nagai Botanical Garden tummeln sich Fische und Schildkröten. Der Garten selbst zeigt große Spuren der Zerstörung durch den Taifun Jebi. Sehr viel wertvoller alter Baumbestand ging verloren. Im gesamten Stadtgebiet sehen wir viele beschädigte Häuser, die notdürftig mit blauen Planen abgedichtet sind.
Wie in Japan üblich, wird jede ebene freie Fläche als Reisfeld genutzt, so auch hier im Randgebiet von Osaka.

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181009 - Von Magome nach Tsumago

Inzwischen haben wir das Auto wieder aus der Werkstatt geholt. Abgesehen von dem einen oder anderen Krümel der geborstenen Scheibe, sieht man dem Auto das Missgeschick nicht mehr an. Nun geht es endlich in die herbstliche Gifu Präfektur, um zwischen Magome und Tsumago einen knapp 8km langen Abschnitt des Nakasendō, der alten Poststraße von Kyoto nach Edo, zu wandern. Es ist eine herbstliche Wiederholung der Wanderung vom 29.05.2017 - siehe auch Japan - aus Sicht eines Aliens.
Wir sind hier in einer Touristenhochburg des Landes. Nach den üblichen Hotelfrühstückszeiten wird sich die Gegend schnell mit Besuchern füllen. Daher brechen wir nach einem kleinen Frühstück in der in der Morgendämmerung auf. Da der Weg etwas anstrengend ist, wird nur die 700D mit dem 18-135mm Universalobjektiv eingepackt. Eine Entscheidung, die aufgrund der vielen schönen Motive bei gleichzeitig schwierigen Lichtverhältnissen vielleicht doch nicht ganz optimal war.
Nach einem Blick über das morgentliche Magome beginnt der Aufstieg in Richtung Pass. Der Weg ist gut beschildert, wenn auch teilweise nur noch auf Japanisch mit Kanji. Bild #0781 weist in Richtung Magome-Pass und Tsumago. Überhaupt sind die vielen Schilder unterwegs ein netter Zeitvertreib. Man kann z.B. die Weiterentwicklung des Designs von Warnschildern für Elektrozäune verfolgen. Die Gestalt hinter dem Elektrozaun ist das japanische Gegenstück einer Vogelscheuche. Der Zaun hilft hoffentlich gegen Tiere wie Bären, Rehe und Wildschweine.

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Der morgentliche Weg führt von Magome aus zügig bergauf in Richtung Pass. Es geht meist durch Wald, teils auch durch offene Abschnitte mit kleinen Siedlungen und Gärten. An einer Stelle lädt eine nette Person mittels Schild in ihren Garten ein, dämpft aber sofort die Hoffnung mit "Welcome, but nothing specials".
Die Sonne klettert langsam den Himmel empor und es wird heller, bunter, aber auch wärmer.

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Nach dem Pass geht es zügig bergab in Richtung Tsumago.
Der Wanderweg kreuzt die Straße an der Tougeiriguchi Busshaltestelle. Hier sitzt eine japanische Süßwasserkrabbe auf der Straße. Damit dem Tierchen nichts passiert, heben wir es auf und setzen es ans Ufer des Baches, dem der Wanderweg folgt. Diese Süßwasserkrabben werden von vielen Japanern als Delikatesse geschätzt.
Leider ist das Bild #0928 etwas verwackelt, der Wasserfall ist aber zu schön, um das Bild auszusortieren.

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Wenn man durch kleine japanische Ortschaften läuft, sieht man oft Bäume mit orangen Früchten in den Gärten. Es handelt sich hierbei um Kakifrüchte, wie man sie mittlerweile auch in Deutschland immer wieder mal im Supermarkt kaufen kann.

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Bei allem Interesse für die Kultur Japans, die Begeisterung für Krabbeltiere gewinnt immer wieder die Überhand. Der nächste Block zeigt eine Auswahl von Insektenbildern die auf dieser Wanderung entstanden sind. Der übernächste Block ist dann Spinnen gewidmet.
Ein besonders faszinierendes Insekt ist die Gottesanbeterin. Der direkte Kontakt mit diesem großen Räuber lässt sogar die Schönheit des alten Tsumago vergessen. Der eine oder andere Japaner blickt herüber, um herauszufinden, was die Langnase denn so faszinierend findet. Die übliche Reaktion ist dann ungefähr "Ugh, eine Gottesanbeterin." Während dessen putzt sich das Insekt in aller Ruhe und schaut auch mal kurz auf die Uhr.
Bild #1572 zeigt eine junges Tier, aufgenommen im Juni 2017.

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Da dem einen oder anderen Leser Krabbeltiere mit genau acht Beinen suspekt sind, wurden die ganzen Spinnenbilder zu einem eigenen Block zusammengefasst. Bei der Bestimmung der etwas selteneren Spinnenarten ist diese Seite von SEKINE Mikio sehr hilfreich.

Schon vor zwei Jahren im Juni fielen unterwegs viele Spinnennetze auf. Jetzt im Frühherbst sind die Achtbeiner deutlich größer geworden. Eine recht auffällige Gattung hört auf den wenig schmeichelhaften Namen Jourougumo, zu Deutsch "Prostituiertenspinne". Wie bei vielen Spinnen, ist auch bei dieser Art der Größenunterschied zwischen den Geschlechtern sehr stark ausgeprägt. Deswegen fallen vor allem die zwei bis drei Zentimeter großen Weibchen auf. Diese zeichnen sich durch gelb-schwarz-gestreifte Beine, einen gelb-schwarzen Rücken und einen roten Bauch aus. Die Spinne in Bild #0839 ist noch vom morgentlichen Tau bedeckt.
Bild #1000 zeigt ein Netz, welches vor lauter Nahrungsüberangebot die Tarnung verloren hat. Die Spinne wird zumindest nicht hungrig sein. Wenn man genau hinschaut, kann man dieses Netz auch in der linken oberen Ecke des ersten Gottesanbeterinnenbildes #1002 erkennen.

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Neben dem Münzschlitz einer Spendenbox sitzt ein seltsames grünes Heupferd. Als das Tierchen losläuft wollen die Beinbewegungen nicht so richtig zum erwarteten Muster "Heuhüpfer" passen. Das Rätsel wird geküftet und irgendwann streckt die Onaga-gumo, zu Deutsch "Schwanzspinne", dann ihre Beine wieder aus und hängt als grüner Zweig an der Hauswand.

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181011 - Kamo Aquarium / Tsuruoka

Das nächste große Ziel ist das nördliche Ende von Honshu, genauer gesagt Hirosaki in der Aomori Präfektur. Nördlich von Tokyo gibt es grundsätzlich drei mögliche Wege nach Aomori. Die östliche Küstenstraße, eine Straße durchs Landesinnere und die westliche Küstenstraße. Zwischen diesen Hauptverkehrsadern gibt es immer wieder Verbindungssstraßen. Etwa auf der Höhe der an der östlichen Küste gelegenen Sendaibucht führt die westliche Küstenstraße durch Tsuruoka in der Yamagata Präfektur. Hier liegt das Kamo Aquarium, auf Japanisch "Kurage Dream Kan", "Quallentraumgebäude". In diesem Süß- und Seewasseraquarium stehen Quallen im Vordergrund. Jedoch wären allein schon die anderen Wasserbewohner einen Besuch wert.
Draußen auf dem Meer plazieren die Fischer ihre Zuchtkäfige um, während wir an diesem leicht regnerischen Tag ins Aquarium gehen. Am Eingang kann man seinen Regenschirm an einem der typischen Regenschirmparkplätze an die Kette legen. Sowohl die rote als auch die schwarze Schrift bitten um erhöhte Aufmerksamkeit, damit nicht aus Versehen der falsche Schirm genommen wird. Diese Warnung ist wohl nötig, da wie man sehen kann, einige Besucher ihre Schirmhalter nicht absperren.

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Der Rundgang beginnt mit kleineren Becken für Süßwasserfische, bevor in mehreren großen Becken eine bunte Auswahl an Meeresbewohnern vorgestellt wird. Hier treffen wir auch auf den getigerten Kugelfisch (トラフグ), unglücklicher Hauptdarsteller in so vielen Gourmetrestaurants. Doch dazu später mehr.
Gleich um die Ecke betrachtet uns ein junger Riesenkalmar mit seinem magischen Auge aus einem Becken mit Tiefseebewohnern.

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Auch heute sind mehrere Schulklassen im Aquarium unterwegs. Die Grundschüler sind augenscheinlich von den Insassen der Streichelbecken genauso angetan, wie ihre erwachsenen Begleiter. Für viele ist dies das erste Mal, dass sie einen Einsiedlerkrebs, eine Seeanemone oder eine Seegurke in die Hand nehmen dürfen.
Der Einsiedlerkrebs auf Bild #9207 hat eine kleine Seeanemone, gleich einer Armbanduhr, auf der linken Schere sitzen.

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Von hier aus führt der Weg weiter zu den im Freien liegenden Vorführungsbecken. Große bewegliche Planen spenden der Besuchertribüne Schutz vor zu starkem Sonnenschein oder Regen. Hier zeigt gerade ein Publikumsliebling, ein Seelöwe, allerlei Kunststückchen. Zwischendurch hängt er sich auch mal an die Reling um seine Belohnung abzuholen.
Hinter der Zuschauertribüne führt der Weg auf eine Art Dachterrasse. Hier kann man die Seelöwen und Robben zwischen den Vorführungen in Ruhe beobachten. Oder sich beobachten lassen.
Der Blick schweift vom Küstengebirge, über die aufwändig abgestützte Küstenstraße, schließlich aufs offenen Meer. In der Hochsaison werden hier an schönen Tagen Japanmöwen gefüttert, so dass Besucher diese Akrobaten aus der Nähe beobachten können. Ein Schild warnt zur Vorsicht, da sich die Möwen für mitgebrachte Gegenstände interessieren könnten...

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Auf den Abstecher an die frische Luft folgt die Hauptattraktion des Hauses - die Quallenabteilung. Eines sei vorneweg gesagt - die von der Website geweckten Erwartungen werden bei weitem übertroffen. In den nächsten Räumen warten zehntausende Quallen in jedem Entwicklungsstadium, in den verschiedensten Formen, Farben und Größen auf die Besucher.
Beim Photographieren durch die Plexiglasscheiben bei schwachen Lichtverhältnissen kann die alte 6D mal wieder ihr geringes Sensorrauschen zur Schau stellen. Die Quallen sind ständig in Bewegung, daher ist eine hohe Lichtempfindlichkeit notwendig, um auch leicht abgeblendet noch mit hinreichend kurzen Verschlusszeiten arbeiten zu können. Typisch 1/80s f/5,6..f/8 ISO2500.

Schautafeln und die folgende Bilderserie zeigen den Körperbau von Quallen und ihren faszinierenden Lebenszyklus, der sich durch einen sogenannten Generationswechsel auszeichnet. Generationswechsel bedeutet, dass sich bei diesen Lebewesen ungeschlechtliche und geschlechtliche Fortpflanzung abwechseln.
In der ersten Generation wächst die Larve zu einem festsitzenden, asexuellen Polypen heran. Ausgewachsen schnürt der Polyp seinen länglichen Körper nach und nach in viele einzelnen Segmente ein und trennt so freischwimmende Medusen ab. Vertreter dieser zweiten Generation wiederum sind üblicherweise männlich oder weiblich, es gibt jedoch auch zwittrige Varianten.
Für den Forscher kann es eine große Herausforderung darstellen, in der Natur gefundene Polypen und Medusen als Angehörige nur einer Spezies zu erkennen.

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Gerade die kleinen Quallen laden zum Spiel mit der Kamera ein. Zum Vergleich - der Filterdurchmesser der Kameralinse f/4 24..105mm beträgt 77mm.

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Diese erwachsenen Medusen kann man durch ein rundes Fenster mit einem Durchmesser von ungefähr einem Meter beobachten. Beim flüchtigen Hinsehen scheinen sich Tropfen von Aquarellfarben in Schlieren aufzulösen, erst in der Vergrößerung erkennt man die filigranen Details dieser Lebensformen.

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Der Besucher verliert leicht den Überblick über die vielen verschiedenen ausgestellten Quallenarten. Man wünscht sich viel mehr Zeit, Tage, Wochen, um diese träumerischen Darbietungen zu betrachten. Der Photograph wünscht nach Auswertung der Bilder eine weitere Chance, vielleicht mit anderer Technik, einem Stativ, einer lichtstärkeren Linse, diesen Besuch wiederholen zu dürfen.
Es gibt natürlich auch in Europa Aquarien, die Quallen züchten, z.B. die Tiergärten Schönbrunn oder Berlin.
Die gepunktete Qualle im Bild 9221 kann man sich hier als Video herunterladen. Die m2v-Datei kann z.B. mit VLC Media Player abgespielt werden. Download/Filmstart kann ein wenig dauern - die Datei ist 90MB groß.

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Manche Quallen bewegen sich mittels unzähliger kleiner Geißeln fort. In dunklen Becken, angestrahlt mit dem passenden Licht, kann man diese Bewegungen als pulsierende Regenbogenketten beobachten.
Erst ein mit Stativ aufgenommenes Video bringt die Bewegungen richtig zur Geltung. Ein aus der Hand aufgenommenes Video kann man hier herunterladen. Die m2v-Datei kann z.B. mit VLC Media Player abgespielt werden. Download/Filmstart kann ein wenig dauern - die Datei ist 50MB groß.

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Den krönenden Abschluss bildet die Hauptattraktion des Aquariums - das "Jellyfish Dream Theater". Hinter einem kreisrunden Fenster von 5 Metern Durchmesser tummeln sich unzählige Quallen. Im Halbkreis angeordnete Sitzplätze laden zum Innehalten und Genießen ein. Die Darbietung ist so beeindruckend, dass diese Einladung auch von vielen, sonst eher von Zeitnot gequälten, japanischen Besuchern angenommen wird.

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An das Aquarium angeschlossen ist ein Sternerestaurant. Hier kann man so ziemlich all das Getier essen, welches man kurz vorher noch hinter Glas bewundert hat. Das Restaurant hat einen Koch mit Lizenz zur Zubereitung von Kugelfisch. Für viele Besucher eine gute Gelegenheit, diese Delikatesse einmal auszuprobieren. Das Menü ist weitgehend auf Japanisch gehalten, einige Gerichte sind für das internationale Publikum auf Englisch beschrieben - zum Beispiel "Curry". Japanisches Curry ist erfahrungsgemäß eine sehr leckere Angelegenheit und passt für uns zartbesaitete Ausländer viel eher zu einem Besuch im Aquarium.
Der weitere Bestellprozess läuft nun nach Standard für den nur des Englischen mächtigen Touristen ab:

  • 1) Eines der auf Englisch beschriebenene Gerichte wählen:
    • Puffer fish ¥3500 (大) / ¥2500 (小)
    • Beef curry ¥800
    • A set meal ¥1800
    • Sashimi Don ¥1400
  • 2) am Kassenautomaten Geld einwerfen (einfach den Anleitungen folgen, wohl dem der Kleingeld hat)
  • 3) Taste für gewünschtes Essen drücken, was den Zubereitungsprozess in der Küche startet und gleichzeitig ein Ticket erzeugt
  • 4) Ticket entnehmen
  • 5) Ticket an der Ausgabetheke vorlegen, Tablett mit Essen entgegennehmen, Platz suchen, genießen
Dem aufmerksamen Betrachter von Bild #1112 wird an diesem ganzen Prozedere ein klitzekleiner Haken aufgefallen sein, nämlich dass der Kassenautomat nur auf Japanisch beschriftet ist! Wir hatten uns für das ¥800 Curry entschieden, was die Auswahl an Tasten glücklicherweise deutlich einschränkt:
  • 由良漬丼
  • ビーフカレー
  • 魚からあげ(単品)
Wahrscheinlich kommt man durch Bildvergleich zwischen Menü und Kassenautomat in wenigen Minuten zur richtigen Lösung. Die Alternativen wären ein Donburi (Schüssel) mit Reis, Fisch und Sesamsoße oder eine Extraportion frittierter Fisch als Zusatz zu einem "A set meal".
Im richtigen Leben bittet man entweder direkt um Hilfe, oder wartet darauf, dass sich eine gute Seele ein Herz fasst, ihr Schulenglisch zusammenkratzt und sich in das Abenteuer stürzt, dem langnasigen Touristen zu helfen. Oft dauert das gar nicht so lange, wenn man mit verzweifeltem Gesicht neben dem Automaten steht.
Die vorstehende Beschreibung entspringt selbstverständlich nicht der eigenen Erfahrung mit diesen Automaten, die man in jeder Autobahnraststätte, in jedem Onsen und in jedem Schwimmbad findet.

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Zum Essen gibt es gratis gerösteten Grüntee (links, Hojicha​) oder Sencha Grüntee (rechts) aus Selbstbedienungsautomaten. Der genaue Ablauf der Zubereitung stellt sogar manchen Einheimischen auf die Probe. Umso erstaunter ist dann die Reaktion, wenn ein europäischer Tourist seine Hilfe anbietet: Pappbecher aus dem Regel rechts der Automaten nehmen, unterstellen, entweder Taste für Standardausgabemenge drücken (Mitte oben) oder Taste für kundenspezifische Teeausgabe drücken und halten (Mitte unten). Becherinhalt, nur falls gewünscht, mit kaltem (Knopf links, blau) oder heißem (Knopf rechts, rot) Wasser abrunden. Steht ja zum Glück alles glasklar beschrieben auf dem Automaten.

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181012 - 181014 - Hirosaki

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181014 - Iwaki San

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181015 - Tawako See / Oirase Schlucht

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181015 - 181016 - Tazawa

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181017 - Fukushima

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181018 Heimreise

Auch diese ereignisreiche Reise ist nun fast vorbei. Das Auto sieht nach der Reparatur wie neu aus. Allerdings tauchen immer wieder Bruchstücke der geplatzten Scheibe an den unmöglichsten Stellen auf. Zum Abschied schenkt mir der Chef der Autovermietung noch zwei Fläschchen mit leckerem japanischen Whisky.

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